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Rhonegletscher einst und heute
Senioren, Dienstag 16. März 2021

Unsicheres und kühles Märzwetter, Corona-Ängste, Impftermine… Trotz all dem wollten wir unser Jahresprogramm wenn immer möglich durchführen. Um 12.45 treffen wir uns auf dem Platz vor der eindrücklichen Kirche in Aeschi SO.

Die Grenze BE/SO ist kompliziert. Durch Verhandlungen, Kriege, bisweilen auch Heiraten sind Grenzen geschichtlich entstanden, nicht geographisch (und auch machtbezogen) wie z.B. in den USA. Die Solothurner sind oft mit den Bernern in den Krieg gezogen. Die Berner haben meist das Land behalten. Uns gaben sie die Fahnen (gem. dem ehemaligen Regierungsrat Rolf Ritschart). Wir starten auf SO Boden, ab zwei Dritteln des Burgäschisees überschreiten wir dann die Berner «Grenze», dann folgt Steinhof eine Exklave des Kantons SO bzw. eine Enklave des Kantons BE. Steinhof ist eine Insel im Berner «Meer». Es gehört seit 2012 zur Gemeinde Aeschi SO.

Nach 20 Minuten machen wir am Westufer des Sees Halt. Wir betrachten diesen romantischen Natursee, in welchem man im Sommer auch baden kann. Hier wurden Pfahlbauersiedlungen aus der Neusteinzeit ausgegraben wie uns Fuhrer Jakob erläutert. Der See ist aus Toteis entstanden. Der Rhonegletscher hobelte den Untergrund aus. Beim Rückzug Ende der letzten Eiszeit vor 10-12 Tausend Jahren brach die Zunge ab, sie wurde dann mit Geschiebe überdeckt und schmolz allmählich ab, so dass sich der Hohlraum mit Wasser füllte und ein idyllischer See entstand. Auch beim aktuellen Rückzug der Alpengletscher bildet sich Toteis (z.B. Gamchi-Gletscher, Triftgletscher usw.)

Einem zweiten prägnanten Relikt des Rhonegletscher begegnen wir dann oben in Steinhof, der Grossen Flue, einem der grössten Findlinge im Mittelland. Der gewaltige Gneisblock  wurde 180 km weit aus dem Val de Bagne im Wallis bis hierher transportiert. Steinhof hatte früher Material von Findlingen «exportiert» insbesondere auch für den Bahnbau Burgdorf-Herzogenbuchsee.

An der Grossen Flue ist ein hübscher Picknickplatz eingerichtet worden. Wir nehmen hier den Zmittag mit einem Glas Wein (schon fast eine Tradition des Wanderführers). Doch die kalte Bise drängt uns bald zum Aufbruch.

Nächste Station: die Chilchliflue. Hier sollen Frauen mit Kinder- und/oder Männerwunsch auf dem nackten Hintern runtergerutscht sein (Es gab noch keine Nivea-Creme... hoffentlich hat's geholfen…).

Wir steigen nun vom Plateau von Steinhof wieder zum See hinunter. Bei einem Lagerschuppen im Wald schenkt Urs warmen Kaffee aus. Auch Güetsi fehlen nicht. In dieser Bisenkälte wird diese Geste sehr geschätzt.

Rückzug über das schmucke Dorf Burgäschi nach Aeschi. Das schöne Restaurant am See ist coronabedingt zum Dornröschenschlaf verdammt.

Wieder am Startplatz bei der Kirche von Aeschi kommt schon der Bus. Hastiger Abschied, kein Gasthaus offen, ja, man wünscht sich diese Coronazeit ins Pfefferland. Trotzdem: Inmitten einer längern Regen- und Schneeperiode sind wir trocken durchgekommen und haben einen erlebnisreichen Tag hinter uns.

Ernst Zürcher


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