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Bergtour Binntal Albrunpass
G-Tour, Samstag-Sonntag 22.-23. August 2020

Tag 1
Vier Frauen und sechs Männer nehmen die Reise ins Wallis mit dem Zug bis Fiesch in Angriff. Ab hier fährt uns das Postauto über Ernen, Binn nach Feld, einem kleinen hübschen Weiler mit schönen sonnengebräunten Häusern. Hier begrüsst uns unser heutiger Tourenleiter Robert Meerstetter noch offiziell und erläutert einige Details zu dieser Tour. Alle sind einverstanden, dass wir den weiteren Weg über das Gandhorn wählen. Robert verschränkt hierauf die Arme, ein untrügliches Zeichen, dass es los geht (Zeit: 9.45 Uhr). In meist lichtem Lärchenwald und über Alpweiden geht es stetig aufwärts, keine Sonne brennt, es ist sehr angenehm zum Marschieren. Der nahende Herbst zeigt sich an den blühenden Herbstzeitlosen am Wegrand. Nach ca. 1 ½ Stunden auf der Mittlust Chälle auf 2100 m. gibt’s die erste Pause. Wenn wir hinauf schauen, sehen wir, dass das Gandhorn auf 2460 m. leider vom Nebel verhüllt ist, trotzdem steigen wir hinauf, ein kurzer Nieselregen kann uns nicht davon abhalten. Von der angekündigten grandiosen Aussicht sehen wir oben leider rein gar nichts. Wir wandern deshalb zügig weiter, nun immer leicht abwärts. Schon bald lichtet sich der Nebel und die Sonne kommt zaghaft zum Vorschein. Unseren Mittagshalt geniessen wir auf der Alp Schinerewyssi auf 2302 m. Nun müssen wir absteigen bis zur Verzweigung Chiestafel an der Binna (1950 m.) Viele verschiedene Herbstenziane und zig verblühte Anemonen erfreuen uns auf unserem Weg. Das muss im Frühsommer prächtig ausgesehen haben. Weiter geht es wieder steil aufwärts, teilweise auf schönem Säumer- oder Schmugglerpfad, bis hinauf zur Binntalhütte auf 2265 m. Weidende Kühe in allen Farben grasen auf einem Hochplateau, das Ofenhorn zeigt sich vor uns und wenn wir zurückschauen, sehen wir jetzt auch das Gandhorn im schönsten Sonnenschein. Unterwegs beobachten wir zwei junge Murmeli wie sie miteinander spielen. Um 16 Uhr erreichen wir die Binntalhütte, löschen den gröbsten Durst und beziehen unsere Unterkunft. Die Hütte, die der SAC Sektion Delémont gehört, wurde 2018/19 sehr schön und zweckmässig umgebaut. Nach unserem obligaten Apéro, den wir bei schönem und noch warmem Wetter draussen geniessen können, werden wir von der Hüttencrew vom Laufental BL, die diese Woche den Hüttendienst besorgt, mit einem sehr feinen Viergangmenue verwöhnt. Wir geniessen noch den schönen Abend mit guten Gesprächen und legen uns rechtzeitig zur Ruhe, um die morgige strenge Etappe gut zu überstehen. Ein schöner Wandertag findet hiermit sein Ende.
Kathrin Schär

Tag 2
Tagwache um 06:00 Uhr.

Nachdem alle einigermassen wach waren und die passende Kleidung angezogen hatten, traffen wir uns um halb sieben am Frühstücktisch. Wie es sich für einen Sonntag gehört wurde uns eine feine Züpfe angeboten. Während wir das reichhaltige Morgenessen genossen, wurden unsere Flaschen mit Ricola Tee aufgefüllt.
Um 07:15 verabschiedete sich das freundliche Hüttenteam herzlich von uns. Gemächlich wanderten wir bergauf Richtung Süden. Um 07:40 erreichten wir den Albrunpass (2409 m.ü.M.). Von hier an berührten die Wanderschuhe italienischen Boden.
Leider lies die Sicht etwas zu wünschen übrig. Aber mit jedem Schritt wurde es besser und schon bald erblickten wir weiter unten den Lago di Devero. Beim Abstieg konnten wir eine kurze botanische Lektion durch Res Schär geniessen. Er zeigte uns den Unterschied der Glockenblume die hier auf der südlichen Seite der Alpen heimisch ist ( Ausgeschnittene Glockenblume). Sie hat einen längeren Einschnitt als das nördliche Exemplar (siehe Fotos ).
Ca. 08:45 kurze Trinkpause, bei zügigem Wind vor der verfallenen Staumauer des Lago bei Pianboglio. Auf der Wiese entdeckten wir ein paar schöne Pilze (Bovist). Am rechten Ufer des Lago di Devero (1856m.ü.M) machten wir um 09:15 nochmals einen kurzen Marschhalt.
So konnten wir den Aufstieg frisch gestärkt in Angriff nehmen. Zuerst führte uns ein schöner Panoramaweg etwas oberhalb am See entlang. Kurze Zeit später bogen wir rechts ab. Entlang einem plätschernden Bergbach durch einen wildromantischen Lärchenwald. Bald darauf erreichte die Wandergruppe Alpe di Valdeserta (2047m.ü.M).
Ab hier mussten wir den Weg hinauf zum Passo di Crampiolo (2553m.ü.M.) über Felsbröcke suchen. Genau um 12:00 erreichten wir die Passhöhe, wo wir das wohlverdiente Mittagessen aus dem Rucksack genossen. Dabei hatten wir eine wunderschöne Sicht auf die Bergwelt. Da es hier kühl und windig war, entschlossen wir uns, die Pause etwas kürzer zu machen. Nun wieder auf Schweizer Staatsgebiet ging es hinunter zum Geisspfadsee (2438m.ü.M.). Etwa um 14:00 Uhr erblickten wir den 5. See am heutigen Tag. Den Mässersee (2119 m.ü.M.). Er beherbergt eine der seltensten Pflanzen der Schweiz. Hier wächst in einer Wassertiefe von rund 1 Meter das unscheinbare und trittempfindliche See-Brachsenkraut (Isoetes lacustris). Einige Wasserratten unter uns nutzten die Pause um im See zu baden.
Als alle wieder trocken waren, nahmen wir das letzte Stück Weg unter die Wanderschuhe. Um 15:35 Uhr erreichen wir unser Ziel im Fäld. Bei obligatem Bier, Panaché, usw. erholten wir uns von diesem wunderschönen Tag der unser Tourenleiter perfekt geplant hat. Merci Robert!!!
Als alle ihren Durst gelöscht hatten, stiegen wir ins Postauto das uns sicher nach Fiesch brachte. Weiter gings per Bahn über Brig nach Thun, Konolfingen, Grosshöchstetten.
Peter Straumann


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