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Sommertourenwoche San Bernardino
G-Tour, Montag-Freitag 03.-07. August 2020

1. Tag
Der erste Tag hat nichts mit körperlicher Betätigung zu tun. Um 9.00 Uhr treffen sich 17  SAC-Mitglieder beim Bahnhof in Grosshöchstetten. Alle völlig ausgeruht. Normaler Weise kann man bei SAC Touren selten so lange im Bett liegen bleiben.
Die Reise führt uns über Langnau – Luzern – durch den Gotthard-Basistunnel ( mit 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt ) nach Bellinzona. Ab hier steigen wir auf`s Postauto um, und können auf einer fast 1-stündigen Fahrt die beeindruckend wilde Landschaft mit den tausend Wasserfällen im Val Mesolcina bewundern. Südlich von Mesocco ragen auf einem mächtigen Fels die Ruinen des Castello di Mesocco in den Himmel. Sie gehören zu den grössten Burganlagen der Schweiz. San Bernardino ist unser Ziel. Das Dorf ist bekannt für sein therapeutisch wertvolles Mineralwasser und bestimmte Pflanzenarten, die in keinem andern europäischen Gebiet vorkommen. Der Geschmack des eisenhaltigen und äusserst gesunden Mineralwassers hat allerdings Einige zum «Spucken» gebracht. Nicht alles was gesund ist, ist auch gut. – Schade!
Nach dem Zimmerbezug im Hotel Bellevue bleibt noch genügend Zeit, um das kleine Dorf auszukundschaften. Wunderschöne alte, oder renovierte Häuser wechseln sich ab mit schrecklichen Betonbauten.
Nach dem traditionellen Apéro werden wir mit einem köstlichen 4-Gang Menu verwöhnt. Wir sind hier in einem Hotel, nicht in einer SAC – Hütte.
Später durften wir sogar entgegen erster Vorankündigung ( Corona lässt grüssen ) an unseren Tischen sitzen bleiben. Mit plaudern, jassen und Black Dog spielen ( ein furchtbar kompliziertes Spiel ) haben wir den Abend ausklingen lassen.
Eliane Gassmann

2. Tag
Pian San Giacomo 1170 m – Lago d’Isola 1604 m – Alp d’Ocola 1846 m – Punkt 1978 – San Bernardino 1610 m
Um 07:00h sitzen alle 17 Personen unserer Gruppe am reichhaltigen Frühstückstisch – für uns ein wahrer Genuss und für das Hotelpersonal, so denke ich, leicht stressig.
Dann ein Blick nach draussen. Die Berggipfel sind leicht mit Schnee überzuckert. Die Wettervorhersage: kalt, «durchzogen» und nicht vielversprechend. Die Fahnen vor unserem Hotel flattern stark. Windschutz und Handschuhe sind heute kein Luxus.
Vorerst können wir im Postauto von San Bernardino Tal abwärts nach Pian San Giacomo (1170 m) fahren.
Die heutige Tour wird von Pesche Straumann, unsrem Tourenleiter in Spe, geführt. Er begrüsst uns zum heutigen Tag und organisiert die Gruppe.
Ab 08:45h folgen wir dem bequemen Wanderweg «Santiero di Valle», parallel zum Fluss Moesa. Der Weg ist imposant; riesige Nadelbäume krallen sich mit ihren Wurzeln an gewaltige Felsbrocken. Der Wanderweg ist weich und fühlt sich fast wie eine perfekte «Finnenbahn» an – ein Wandergenuss.
Dann erreichen wir die Mauer des Stausees Lage d’Isola (1604 m). Kurz nach 11h befinden wir uns am nördlichen Ende des Stausees. Hier haben wir die Wahl, ob wir auf direktem Weg zurück ins Hotel wollen – und eine «ruhige Kugel schieben» – oder ob wir fit und windresistent genug sind, um noch eine «Zusatzschlaufe» über die Alp d’Ocola in Angriff zu nehmen. Der Entscheid fällt einstimmig und diskussionslos und rund eine Stunde später befinden wir uns auf der Alp d’Ocola (1846 m).
Ohne den heute sehr bissigen Wind könnte man diesen schönen Ort geniessen. Aber unter den gegebenen Umständen kürzen wir das Mittagessen ab und ziehen um etwa 12:30h weiter. Kurz darauf erreichen wir den höchsten Punkt unserer Tageswanderung auf 1978 m.
Der Weg führt uns dann durch den schönen Wald hinunter ins Tal und bereits um 14:30h dürfen wir im Hotel unseren Durst stillen. Es war eine schöne Wanderung und sie wurde von Pesche bestens vorbereitet und perfekt geleitet. Pesche, danke vielmal.
Als tagesverantwortliche Gruppe bestimmen wir (Astrid Gisler, Doris Sägesser, Peter Freiburghaus und Markus Sinniger), welchen Wein wir unseren SAC-Kameraden und Kameradinnen zum Apéro und anschliessenden Abendessen kredenzen wollen. Das Menü stellte der Wirt unter das Motto von Albert Einstein «Non ho particolari talenti, sono solo appassionatamente curioso » (Ich habe keine besonderen Talente, ich bin nur leidenschaftlich neugierig). Mit dem feinen Nachtessen schliessen wir unseren schönen, abwechslungsreichen Wandertag ab.
Markus Sinniger

3. Tag
Nach dem reichhaltigen Frühstück starten wir unsere heutige Tour um 08.15 Uhr. Alle sind gut ausgeruht, wir schätzen den Komfort unseres Hotels und die freundlichen Gastgeber. Es verspricht, ein sonniger Tag zu werden, die Wolken haben sich verzogen, auch der Wind hat nachgelassen. Die Route führt uns ein kurzes Stück auf demselben Weg zurück auf welchem wir gestern gekommen sind. Dann zweigen wir rechts ab und steigen gemächlich durch den märchenhaften Bergwald. Da und dort leuchtet blau eine Heidelbeere an einem niederen Strauch. Es ist angenehm kühl und noch etwas feucht. Wir kommen flott voran und überschreiten die Baumgrenze. Bei Confin Basso auf 1961m.ü.m. machen wir eine erste Pause. Hier ist auch die Mittelstation der Bergbahnen von St. Bernhardino. Ob diese im nächsten Winter auch fahren, sei noch nicht gesichert, hören wir. Auch hier kämpft ein kleiner Wintersportort ums Überleben. Ein paar Gusti grasen und schauen neugierig als wir den Bach queren und weiter wandern. Der Weg steigt nun nur noch sanft. Wir blicken über das Tal und in der Ferne sehen wir den Pass. Gut geführt von Chlöisu, der den Weg sicher kennt, wandern wir in dessen Richtung. Nochmals machen wir eine Pause. Flache warme Felsen laden ein zum Ausruhen. Unten rauscht der Bach. So hören wir das Zeichen von Chlöisu nicht, das zum Aufbruch ruft und wir brauchen eine extra Einladung. Doch auch wir sind dann rasch bereit für das nächste Wegstück. Vom Pass sieht man zuerst den See, der in der Sonne funkelt. Wir laufen an ihm entlang und kommen auf die Passhöhe. Zusammen mit Velofahrern, Touristen mit Töffs und Autos machen wir es uns auf der Terrasse bequem. Es hat Durst gegeben. Wir geniessen diesen sonnigen Tag und die Wärme. Dann brechen wir auf, überquere die Passstrasse. Auf der anderen Talseite steigen wir hinunter Richtung Dorf. Wir laufen durch eine riesige Kuhherde. Es sind sicher fast hundert Stück Vieh. Etwas oberhalb vom Dorf steigen wir steil hinab durch Wald. Links öffnet sich der Blick auf einen imposanten Wasserfall. Ganz zuletzt kommen wir noch an der stillgelegten Mineralquelle vorbei. Aus einem kleinen Brunnen rinnt stark eisenhaltiges Wasser. Dieses finden nicht alle, die davon kosten, als trinkbar. Es hat einen starken Eisengeschmack. Heute geniessen wir unseren Apero auf der Sonnenterrasse des Hotels. Entspannt können wir den Wandertag ausklingen lassen. Um 19.00 Uhr erwartet uns ein feines Nachtessen. Ich möchte mich bei Chlöisu bedanken für diesen schönen Tourentag und bei allen für die gute Kameradschaft.
Ruth Oberer

4. Tag
Nufenen (Rheinwald)- Strec de Vignun - San Bernardino
Es ist ein wolkenloser Sommertag und der letzte Tourentag der Tourenwoche. Es ist auch die letzte Tour, die von Niklaus Bühler geleitet wird. Leider kann Pesche, «Tourenleiter in Ausbildung» heute wegen Kniebeschwerden nicht dabei sein. Das erste Postauto fährt um 08.23 Uhr und bringt uns innert 14 Minuten durch den San-Bernardino-Tunnel nach Nufenen, 1569m, das seit Januar 2019 mit Hinterrhein und Splügen zur Gemeinde Rheinwald fusioniert ist.
Südlich der A13 führt der Weg über den Hinterrhein! Der Gemeindebann erstreckt sich quer zum Tal und erreicht im Norden am Valserhorn und Bärenhorn die Wasserscheide gegen das Vorderrheingebiet. Rechts des Hinterrheins dominieren die Gipfel von Einshorn (2944m) und Guggernüll (2886m) beidseits der Mündungsschlucht des Areuatals, dessen oberer Abschnitt als Val Curciusa politisch zum Misox gehört.
Nach einem gleichmässigen, aber zünftigen Anstieg von circa 300 Höhenmetern im «Schwarzwald» geht es im Berghang entlang der Areua. Nach 1 ½ Stunden Marschzeit legen wir auf «Legeli» die erste Pause ein. Schon von weitem haben wir auf der Anhöhe den Engel gesehen, welcher über der Schlucht «In da Jegena» wacht, durch die die Areua fliesst. Kurz nach der Pause erreichen wir Alp de Roq auf 1810m. Bereits am Vorabend hat Chlous entschieden, hier nicht mehr geradeaus dem Val Curciusa zu folgen, sondern rechts über eine Holzbrücke den etwas kürzeren Weg via Val Vignun zu nehmen. Auf stotzigen Alpenpfaden geht es schweisstreibende 563 Höhenmeter den Hang hinauf. Um 12.45 Uhr erreichen wir Strec de Vignun (Vignonepass) auf 2373m, wo wir Mittagspause machen.
Gut genährte Munggen lassen sich durch uns nicht stören und werden von den zwischenzeitlich auch verpflegten SAClern aufmerksam beobachtet.  Nach ¾ Stunden Pause wandern wir durch das Val Vignun, einer sanft abfallenden Hochmoor-Landschaft bis zur Alp Cassina da Vignun. Unterwegs entdeckt Res eine Stelle mit zahlreichen Edelweissen.  Nach der ausgedehnten Trinkpause geht es nicht gleich weiter. Vielmehr versammelt Chlous seine SACler um sich. Er wünscht, nein befiehlt, dass wir uns am Ende der Tour ohne zu duschen und unverzüglich auf der Bellevue-Terrasse zum Abschiedstrunk einzufinden haben. Ein «Abschleichen» dulde er nicht ;-).  Einem solchen Befehl folgen wir gerne.  Robert nützt die Gelegenheit, das grossartige Engagement von Chlous für den SAC Grosshöchstetten zu würdigen und überreicht ihm als Dank für den über Jahre geleisteten Einsatz im Namen der G-Grüppeler eine «Chlous’sche»-Sonderedition Karte der San Bernardino-Region im Massstab 1:25'000.
Bemerkenswert: Kartenmaterial braucht Chlous nur zur Vorbereitung, einmal «on Tour» muss er für die Route, die er memorisiert hat, die Karte nicht mehr zur Hand nehmen.
Auf dem letzten Streckenabschnitt liegt ein herzförmiger Stein auf dem Weg. Mit unserem herzlichen Dank überreichen wir das Steinherz unserem SAC-Urgestein (52 Jahre Mitgliedschaft).
Nicht nur wir sind es, auch Chlous ist gerührt.
Priska Imholz

5. Tag
Heimreise
Wie alles im Leben gehen auch diese Tourentage zu Ende.
Da unser Bus erst um 10.30 Uhr abfährt, können wir den Aufenthalt im Bergdorf gemütlich mit Morgenessen, Packen, Dorfrundgang und Gesprächen ausklingen lassen.
Der Hotelier liess es sich nicht nehmen, uns persönlich zu verabschieden. Diese nette Geste passt absolut zur Kultur dieses sehr guten Hauses.
Die Rückreise verlief ohne Probleme, so dass wir um 15.40 Uhr in Grosshöchstetten unsere Schutzmasken in den Kübel werfen konnten.
Genau hier ging mit dem Abschluss dieser schönen Tourentage für mich ein Lebensabschnitt zu Ende.
Ich danke allen Kameradinnen und Kameraden die mich auf den letzten drei Touren als G-Leiter begleitet haben, von Herzen!
Die Tätigkeit als Tourenleiter und Tourenchef hat mir immer Freude bereitet und war nie eine Last.
Ich wünsche der G-Gruppe unserer Sektion für die Zukunft ein gutes und unfallfreies Gelingen aller Aktivitäten!
Niklaus Bühler

Die Namen der Teilnehmenden:
Bühler Niklaus, Grosshöchstetten
Burri Hans Rudolf, Konolfingen
Emden Paul, Grosshöchstetten
Fankhauser Bernhard, Grosshöchstetten
Fankhauser Werner, Grosshöchstetten
Freiburghaus Peter, Schlosswil
Gassmann Eliane, Konolfingen
Gisler Astrid, Worb
Imholz Priska, Konolfingen
Imholz Beat, Konolfingen
Meerstetter Robert, Schlosswil
Oberer Ruth, Mund
Sägesser Doris, Worb
Schär Kathrin, Grosshöchstetten
Schär Andres, Grosshöchstetten
Sinniger Markus, Worb
Straumann Peter, Emmenmatt


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