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Bergwanderung Lidernenhuette Rossstock
G-Tour, Samstag-Sonntag 18.-19. Juli 2020

1. Tag
In Bern stossen Doris, Markus und ich kurz vor 08:00 Uhr zu unseren Kameraden*in Eliane, Peter, Ruedi, Pesche und Robert. Die Reise führt uns über Luzern, wo wir kurz Zeit finden, am See ein Kafi zu geniessen. In Flüelen beenden wir unsere Zugreise und spazieren bei sommerlichen Temperaturen zur Luftseilbahn Eggberge. Dank der Bahn überwinden wir die ersten 1000 Höhenmeter. Um 11:00 Uhr starten wir die Bergwanderung. Pesche führt uns, als angehender Wanderleiter, in angenehmen Schritttempo den schweisstreibenden Aufstieg von ca. 280 Höhenmeter parallel zum Skilift hoch. Ein sehr schöner Weg durch Wald, über Wurzeln und vorbei an Wiesen führt uns auf die Hüenderegg, 1874 müM. Hier geniessen wir eine kurze Pause und die vernebelte Aussicht. Vorbei am Fleschsee, 1812 müM, folgt ein weiterer Aufstieg (bis auf 2023 müM) über die Chalberweid an der Flanke unterhalb des Hagelstock entlang. Wir wandern auf angenehmen Bergweg durch blühende Blumenwiesen bestückt mit vielen Männertreus und sind froh, dass die Sonne sich zurückhält. Über Schön Chulm gelangen wir zum Übergang, 2139 müM, unterhalb Siwfass. Um 13:45 Uhr stärken wir uns und geniessen unseren Mittagshalt im lichten Nebel. Der Abstieg zum Spilauer See, 1837 müM, ist wiederum angenehm und die Aussicht auf einen Halt beim Restaurant Alp Spilau-Seeli treibt uns voran. Wir geniessen unsere Kaffees mit und ohne Güggs und die nun intensivere Sonne. Weiter wandern wir um den See, schon bald in Sicht kommen die Spilauhütten bis wir um 16:20 Uhr bei der urchigen Lidernenhütte, 1727 müM, eintreffen. Nach Bezug des Schlafraumes, der für einige Diskussionen betreffend Covid-19-Massnahmen bei uns sorgt, geniessen wir einen Apéro mit guten Gesprächen und denken an unseren Kameraden Samuel. Unser Wandertag durch eine wunderschöne Gegend endet mit einem stärkenden, feinen Abendessen, einem eindrücklichen Sonnenuntergang und für einige mit einer Jassrunde.
Astrid Gisler

2. Tag
Der Tag begrüsste uns mit einem wolkenlosen Himmel. Um 8 Uhr verliessen wir gern die voll belegte Hütte.
Als Co-Leiter führte uns Peter vorerst dem felsigen „Schmal Stöckli“ entgegen. Vom Chüeband-Grat her beäugten uns gwundrige Rinder, und unter uns glänzte der Spilauersee. Gemäss Wegweiser präzis nach zwei Stunden, und das inklusive einer kurzen Rast, erreichten wir den Gipfel des Rossstock auf 2460 m.

Eine prächtige Rundsicht belohnte uns für den steilen Anstieg. Dominant zeigten sich die Clariden, das Grosse Schärhorn und der Tödi, gegen Westen der Urner Arm des Vierwaldstättersees und im Dunst auch noch der Chasseral.

Unweit des kunstvoll geschmiedeten Gipfelkreuzes gedachten wir gemeinsam unserem Kameraden Samuel, der vor zwei Wochen in den Bergen auf tragische Weise verunfallte.

Nach einer Stunde Abstieg erreichten wir bei der Rossstocklücke die erste Schlüsselstelle, die ihren Namen verdiente. Da alle ihr Gstältli dabei hatten, brauchten wir wenig Zeit, um die fast senkrechte Felspartie, gesichert durch Robert, zu überwinden. Unmittelbar darauf folgte ein ca. 100m langes, heikles Felscouloir.

Anschliessend war das Wandern nur noch Genuss! Etwas oberhalb der „Schäferhütte“ (2077m), exakt um die Mittagszeit, genossen wir unser Picknick, umgeben von einer eindrücklichen Felskulisse. Menschliche Stimmen wirkten in diesem Talkessel wie in einem römischen Amphitheater.

Nun ging es nur noch bergab, nördlich entlang dem Seenalper Seeli, vorerst über die Seenalp (1719m) und dann über die Alp Stäfeli. Die letzte Etappe führte uns mehrheitlich über einen Fahrweg im Hürital zur Alp Liplisbüel (1194 m), unterhalb eines Ausgleichsbeckens der Kraftwerke Schwyz. In der Alpwirtschaft Liplisbüel genossen wir, neben genügend Flüssigkeiten, hausgemachte einmalige XXL-Crèmeschnitten.

Ein Alpentaxi ersparte uns die Überwindung der letzten Höhenmeter bis zur Post in Muotathal. Mit dem Postauto fuhren wir dann bis zum Bahnhof Schwyz.

Hier verliess uns Robert, um von Göschenen aus, noch vor dem Einnachten, die Salbithütte zu erreichen! Mit der Absicht in den nächsten Tagen, gemeinsam mit Stefan S., frühzeitig die G-Tourentage 2022 vorzubereiten! Damit sei auch wieder einmal erwähnt, was unsere Leiter für uns „Durchschnitts-SACler“ im Stillen immer wieder leisten.

Ein grosser Dank gilt Robert für die Vorbereitung, sowie ihm und seinem Co-Leiter Peter G für die umsichtige Durchführung dieser beiden Tagestouren. Unsere kleine G-(geländegängige) Gruppe durfte dank den beiden in den Schwyzer und Urner Alpen zwei eindrückliche Bergtage erleben!
Peter Freiburghaus.

 

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