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Skitourentage Sesvenna (Südtirol)
G-Tour, Sonntag 31. März - Mittwoch 03. April 2019

Sonntag, Anreise
Lang sehnte sich die Schreibende auf die Tourentage im Südtirol und nun sind sie da.
Aber just für das besagte Wochenende sind die Uhren auf Sommerzeit zu setzen und die Frage stellt sich: Schaltet das Natel das man als Wecker braucht die Zeit selber um? Wie sind die Uhren nun zu stellen? Eine Stunde Vor oder nach Hinten? Ah ja, ein kluger Mensch hat mal gesagt, die kleine Eselsbrücke hilft weiter ->
Frühling = F und 1 Stunde nach vorne stellen.
Im Herbst = H und 1 Stunde nach hinten stellen. Klar oder!
Bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat die Zeitumstellung tip top funktioniert und so fahren 17 Personen pünktlich kurz nach Acht Uhr von Grosshöchstetten mit dem Reisebus ab in Richtung Südtirol. Bei herrlichem Sonnenschein durchreisen wir blühende Gegenden. Von Emmenmatt Richtung Luzern passieren wir die A3 und fahren nach einem Kaffeehalt weiter nach Klosters-Selfranga, wo wir auf den 19'042 Meter langen Vereinatunnel verladen. 18 Minuten dauert die Fahrt vom Prättigau (Selfranga) ins Engadin (Sagliains). So erreichen wir schnell die Bündner Gemeinde Scoul, wo wir auch unser Mittagessen einnehmen. Gestärkt und motiviert fahren wir unsere Tour fort und gelangen kurze Zeit später zum auf 1507 MüM liegenden Reschenpass. Auf ihm verläuft die Wasserscheide zwischen Donau (Schwarzes Meer) und Etsch (Mittelmeer). Als Touristenattraktion bestaunen auch wir vom SAC Grosshöchstetten den gefluteten Turm im Reschensee, das Wahrzeichen des Vinschgau. Etliche Selfies entstehen da; Der Kirchenturm im See wird viele Male als Fotosujet geknipst. Ab hier ist die Fahrt an unseren Übernachtungsort St. Valentin auf der Haide nicht mehr weit. Beim legendären Apéro und dem anschliessend, geschackvollen und guten Abendessen lassen wir den ersten Tag ausklingen.
Herzlichen Dank Hans Thierstein für deine angenehme Fahrt ins Südtirol. Ich freue mich auf die bevorstehenden Tourentage mit euch allen.
Sandra Büeler-Haudenschild

Montag, Tag 2
Programmgemäss übernachteten wir in der Pension Tirol in St. Valentin auf der Heide. Dies in 2er Zimmer, ich mit Hanspeter Ledermann, der mich – erwachte ich gelegentlich – mit abwechslungsreichen Atemgeräuschen kurzweilig unterhielt.
Das Morgenessen war für 0700h angesagt. Als ich um 0655h in den Speisesaal kam, mampften alle übrigen TourenteilnehmerInnen bereits emsig am reichhaltig aufgetischten Frühstück. Nachdem ich mich auch sattsam gestärkt habe, kam ich um 0750h als letzter zum Hotel raus zu unserem Bussli, alle übrigen schon „verladen“, obschon die Abfahrt für 0800h angesagt war, fuhren wir um 0755h ab! Mit dem ersten April konnte diese Hastigkeit nichts zu tun haben, dennoch kam ich mir in dieser Gesellschaft nun als „Schlarpi“ vor. Dabei waren wir doch auf einer G-Tour…?

Wider die Absichten konnten wir nun am ersten Tourentag nicht mit der Bahn auf die Heideralp (2120müM) fahren, um dann via Sesvennagruppe (Seebodenspitz  – Rasassspitz) am Schluss der Tour in die Sesvennahütte hinunterzufahen. Die Bahn hatte aber für Montag, den 1. April, nicht scherzeshalber, den Winterbetrieb eingestellt… So fuhren wir eben per Bussli via Burgeis (Burgusio) – Schleis (Lusio) 23km nach Schlinig Slingia (1717müM).

Dort, bei schönstem Wetter: Sack auf, Felle aufziehen, Ski anklicken (früher anschnallen) und gruppenweise, wie vorbestimmt, gings schön diszipliniert los. Über den wunderschönen Talboden, wo eine 13km lange Loipenspur ihre Schlaufen zog, denen wir nicht folgten, dafür suchten wir gemütlich unseren Rhythmus schnurstracks über die Schliniger- und Innere Alm (1923müM), wo wir dann auf der rechten Talseite zick-zack (z.T. schon über apere Flächen) zur Schlüsselstelle „Croda Nera“ (steiler, schwarzer Fels, 2160 müM) zwischen den Felsen aufstiegen und siehe da: hinten im nächsten Kessel (ca. noch 1km und 100 Höhenmeter) tauchte auf 2258 müM unser Ziel, die Sesvennahütte, auf, die wir nach knapp 3 Stunden Marschzeit kurz vor 12 wohlauf erreichten.

Zum Empfang stiessen wir mit dem Hüttenspendegrappa auf unseren Aufenthalt hier an. Damit, im Magen angeheizt, genossen wir den sonnig warmen Aufenthalt auf der Terrasse vor der Gaststube mit Zwischenverpflegung und folgten den Informationen unseres Tourenleiters Chlous Bühler. Dann bezogen wir das Kantonnement, unsern 13ner Schlag (inkl. 1 Dusche und 1 WC), zwei Paare konnten sich in einem 4er Zimmer etwas von den Massenlagerern abgrenzen, was diese jenen vorbehaltlos gönnten.
Nach der Einhausung rückten wir kurz nach einuhr zu einem kurzen und heissen Auslauf-Tüürli via Passo di Slingia auf den „Bühlerspitz“ aus. Der „Bühlerspitz“ war nicht spitz, mehr der nördliche „Auslaufgrat“ der Punta 2424 müM. Nach der üblich gegenseitigen Tagesgratulation zum Erreichen des Bühlerspitzes hatten wir die genussvolle Gelegenheit die ersten Sulzschneeschwünge bis zur Hütte zu absolvieren, was problemlos gelang. Der „Schlarpi“ (s.oben) kam ohne jeglichen Verzug und Stress hinauf und hinunter befriedigend mit. Den weiteren Verlauf des Nachmittages verbrachten wir bei lockeren Gesprächen, meist mit Bier aber auch anderen Getränken, auf der Sonnenterrasse, nun „unserer“ Sesvenna Hütte.

Um halb sechs musste ich mit allen anderen, die Gerber hiessen, den Apero servieren und bezahlen, was wir lustvoll zum Wohle und zur Befriedigung unserer Gruppe taten. Dazu orientierte Chlous, gemäss Führerrapport, dass wir am nächsten Tag die Piz Sesvennatour vorziehen werden, da die Wetteraussichten (s. folgende Berichte) nicht für die vorgesehene Fortsetzung des Wochenprogrammes sprachen. Mit dem aperofolgenden Diner lernten wir Knödelkugel in Bouillon essen, ein Salatbuffet kam danach, als Secondo dann ein Bergsauschnitzel an einer vorzüglichen Peperonirahmsauce mit Reis. Als Dolce wurde der Viergänger mit Apfelchüechli an Vanillesauce abgeschlossen. Einige verdauten alles mit Grappa, Enzian und Espresso auf eigene Rechnung via Hüttenschuldzettel, der dann in die Schlussabrechnung erst einbezogen wurde (s. auch folgende Berichte).

Zum Tagesschluss und damit meiner Verpflichtung diesen Tagesbericht zu schreiben, hier noch der Sandraaprilscherz: Sandra sagte mir am Morgen, dass sie den Laptop bei sich habe und ich könnte dann den Tourenbericht am Abend gleich eintöggelen. Dem war dann eben nur: ein Aprilscherz.
Also konnte ich den Erst-Aprilbericht, nur aus meinen Erinnerungen, erst hier an meinem Laptop bei starkem Schneefall in Hinterkappelen am 4. April abschliessen. Im Übrigen bezüglich Abschluss Skitourentageprogramm, beachte die wohl noch folgenden Berichte.
Soviel von mir und kein Aprilscherz…
Martin Gerber

Dienstag, Skitour Piz Sesvenna (3205 m ü. M.)
Ich durfte als Gast an den Skitourentagen Sesvenna teilnehmen und habe nun auch das Vergnügen, über die Sesvenna-Tour zu berichten. Die Königsetappe Piz Sesvenna war eigentlich für Mittwoch geplant – wegen dem angekündigten schlechten Wetter (erneuter Wintereinbruch) wurde die Tour auf Dienstag vorverschoben.
8:04 starteten wir gruppenweise ab der Sesvenna-Hütte (2256 m ü. M.) bergaufwärts. Wie bereits beim Hüttenweg-Aufstieg vom Montag machte Gruppe 1 die Spitze mit den Tourenleitern Timmy Büeler und Hans Thierstein, gefolgt von Gruppe 2 mit Tourenleiter Robert Meerstetter und Gruppe 3 mit den Tourenleitern Ueli Gerber und Niklaus Bühler.
Das Wetter war nicht mehr so sonnig wie am Montag beim Hüttenaufstieg. Hohe Cirruswolken verhinderten, dass die Sonne richtig durchkam. Hie und da kam sie aber doch durch und wärmte schön. Ein kalter Ostwind begleitete uns fast auf dem ganzen Aufstieg und blies mal stärker und dann wieder schwächer. Bei den wechselnden Wetterbedingungen war es schwierig, sich richtig zu kleiden: mit Skijacke schwitze ich – ohne fror ich.
Nach einer Pause (10:05 – 10:15) auf der Fuorcla Sesvenna 2820 m ü. M fuhren wir mit montierten Fellen runter. Ich schaffte die Herausforderung ohne Sturz zumal die Bremswirkung der Felle doch recht stark war.

Markus Sinniger hat mir freundlicherweise die Eckdaten zur Verfügung gestellt, die ich hier 1:1 präsentiere. Nochmals besten Dank an Markus.               
08:04 Start Sesvenna-Hütte   2256 m ü. M.
09:15 - 09:30 Pause auf 2507 m ü. M. (oberhalb Lago Sesvenna)
10:05 - 10:15 Pause Fuorcla Sesvenna 2820 m ü. M. – Grenze Italien – Schweiz, Abfahrt mit Fellen
10:25  erneuter Aufstieg ab 2720 m ü. M.
11:00 - 11:15 letzte Pause vor Schlussanstieg 2845 m ü. M.
12:00 - 13:05 Ziel 3080 m ü. M. rund 200 Meter unterhalb des Gipfels Piz Sesvenna (3204 m ü. M.)
13:35 Felle montieren 2724 m ü. M.
14:00 - 14:15 Pause Fuorcla Sesvenna 2820 m ü. M. – Grenze Schweiz-Italien
14:50  Retour Sesvenna-Hütte 2256 m ü. M.


Um 12 Uhr kamen wir am Ziel an: 3080 m ü. M. rund 200 Meter unterhalb des Gipfels Piz Sesvenna. Auf den Gipfel-Aufstieg mit Steigeisen über Fels & Eis verzichteten wir, da der Grat recht exponiert war. Die Steigeisen hatten wir auf Empfehlung des Hüttenwarts in der Hütte gelassen.
Timmy und Stefan wollten aber den Gipfel nicht verpassen und fuhren mit den Skiern die NordWest-Flanke rüber, wo sie dann direttissima zum Gipfel hochstiegen.
Bei der Abfahrt des ersten Hangs stiessen dann Timmy und Stefan wieder zu uns.
Nach erneutem Aufstieg zur Fuorcla Sesvenna 2820 m ü. M. verstauten wir die Felle definitiv im Rucksack. Dabei erlebte ich eine kleine „Überraschung“: ich hatte vergessen, die Steigeisen in der Hütte zu lassen: sie befanden sich immer noch im Rucksack; Gewicht gut 1 kg.
Der Schneebedingungen auf der Abfahrt wechselten zwischen Pulverschnee, Bruchharst und Sulz.
Um 14:50 waren wir zurück in der Hütte: zufrieden und glücklich über die schöne Skitour.
Bei dieser Gelegenheit danke ich den 16 Teilnehmenden und speziell den Tourenleitern, dass ich mit euch schöne, unvergessliche Tage verbringen durfte.
Ernst Jaggi (Aschi) , Jg 1953, Bruder von Doris Sägesser

Mittwoch, Tag 4
Heute ist um 06.15 Uhr Tagwache. Noch ist offen was uns der heutige Tag bringen wird.
Doch kurz nach dem Aufstehen vernehmen wir, dass wir heute abreisen werden.
Ich mache einen Schritt auf die Terrasse. In der Nacht hat es ein wenig geschneit, kalter Wind bläst mir ins Gesicht und die Sicht ist schlecht.
Wir geniessen das Frühstück und packen anschliessend unsere sieben Sachen.
Um 08.15 Uhr sind alle zur Abfahrt bereit. Entlang der Aufstiegsroute geht es talwärts. Nicht zu grosse Abstände sind wichtig. Wir dürfen uns im Nebel nicht aus den Augen verlieren.
Bald erreichen wir die Croda-Nera (schwarze Wand) auf 2140 m. Hier ist grosse Vorsicht geboten. Ich erhalte Hilfe von einem Tourenleiter und darf den kurzen Abschnitt oben an der Felswand zu Fuss gehen. Meine Knie erholen sich und ich bin äusserst glücklich als die ganze Gruppe wohlbehalten unten an der Wand steht.
Die Sicht wird besser. Entlang dem Metzbach im eher flachen Teil der Route ist Stockarbeit gefragt. 09.20 Uhr sind wir in Schlinig auf 1690 m bei unserem Bus.
Umpacken, Schuhe wechseln und Gepäck einladen. Nach dem letzten Blick zurück in die Bergwelt fahren wir kurz vor zehn Uhr ab.
Vorbei am Kloster Marienberg, durch das Vinschgau, über den Reschenpass bis wir in Nauders warten müssen wegen Holzarbeiten. Auf dem  Autozug von Sagliains bis Klosters kann unser Chauffeur etwas verschnaufen.
Im Marché Heidiland in Maienfeld haben wir eine gute Stunde Zeit für das Mittagessen.
Nach der Fahrt über den Hirzel machen wir nach zwei Stunden einen Kaffeehalt in Werthenstein. Wohlbehalten treffen wir um 17.45 Uhr in Grosshöchstetten ein.
Hans, danke vielmal für diese sichere und gute Fahrt.
Zurück bleiben die vielen schönen Erinnerungen an die Tage im Südtirol. Wir wurden bestens betreut von den erfahrenen und geduldigen Tourenleitern. Ihnen haben wir auch den weisen Entscheid für die vorzeitige Abreise zu verdanken. Was wäre wohl gewesen bei den grossen Neuschneemengen von Donnerstag, 4. April?
Chlous, dir und den weiteren Tourenleitern danke ich im Namen aller Teilnehmenden für diese schöne, unvergessliche Zeit im Südtirol. Ich fühlte mich sehr wohl.
Doris Sägesser



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