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Suonenwanderung Nessjeri Belalp
G-Tour, Samstag 28. September 2019

Am Bahnhof Thun ist die ganze 18-köpfige Schar vollständig. Trotz der erfolgten Vorbereitung durch unseren Tourenleiter Hans Thierstein hat die Reservation im ankommenden Zug nicht geklappt, so dass wir mit Stehplätzen Vorlieb nehmen müssen. Die Kompensation erfolgt jedoch ab Spiez: Wir fahren in erster Klasse nach Brig. Von dort führen uns das Postauto nach Blatten b. Naters und anschliessend die Luftseilbahn auf die Belalp.
An der Tür des Belalp Buffet neben der Bergstation steht geschrieben: NIT LANG HIRNU, Z’IISCH CHU HIRMU. In der Sprache des Üsserschwizers heisst das: Nid lang überlege, zu üs cho Pouse mache. Und genau das tun wir. Wir stärken uns für die Wanderung mit Kaffee und Gipfeli.
Der Aufstieg führt uns auf Wegspuren durch eine gegen Südwesten geneigte Hochebene, die an die Greina Hochebene erinnert, zur Suone Nessjeri. Es ist bewölkt; durch wechselnde Wolkenfenster erreichen uns einige Sonnenstrahlen. Der gute Weg neben der als künstlicher Bergbach angelegten Suone erlaubt immer wieder einen Blick auf das uns begleitende Wasser, das mal leise plätschert, mal lauter sprudelt, manchmal sogar aufwärts zu fliessen scheint in seinem in der Erde verlegten, immer gleich breiten Bett, das teilweise mit Steinplatten verstärkt ist. Das Wasser fliesst nicht einfach so dahin; es redet; es spricht in seiner Sprache. Wer gut zuhört, der versteht, dass es uns vieles zu erzählen hat. Und so vernimmt man, dass die Nessjeri ihr Wasser vom Chelchbach am Fuss des Grisighorns fasst. Sie wurde im 15. Jahrhundert gebaut und ist immer noch in Betrieb.
Die Wolken haben sich in der Zwischenzeit verzogen und der wärmenden Sonne Platz gemacht. Ein kurzer Halt mit einem Blick zurück zur Belalp lohnt sich: Im Hintergrund zwischen Sparrhorn und Riederfurka der Aletschgletscher bzw. was von ihm noch übrig ist….
Auf dem kleinen Pass kurz vor Nessel wird die Nessjeri zum tosenden Bach und fliesst in die Chittumatte, wo sie auf 1660 m.ü.M. endet. Die Mittagsrast auf der Alp Nessel (2010 m) lohnt sich auf jeden Fall. In der malerischen und am besten Platz neben den alten Ställen und Hütten gelegenen kleinen Kapelle befindet sich ein Altar aus dem 17. Jahrhundert. Für den Alpinisten aber noch schöner präsentieren sich die Walliser Berge: im Südwesten das Weisshorn, anschliessend das Matterhorn und die Mischabel mit all ihren Viertausendern; im Süden das Simplongebiet mit dem Fletschhorn, Breithorn, Monte Leone und vorgelagert Wasenhorn und Bortelhorn.
Der Weg führt uns unterhalb der Suone zurück nach Belalp, eine offensichtlich auch für eingefleischte Biker attraktive Route. Die wunderschönen Farben der Blätter der Heidelbeeren zeigen an, dass der Herbst nun Einzug gehalten hat.

Chlous Bühler dankt Hans Thierstein für diese letzte Tour in seiner Eigenschaft als Tourenleiter.
Ich wünsche Hans noch viele weitere erlebnisreiche Unternehmungen in unseren Bergen und die Möglichkeit, mit Freude und Genugtuung zurückzuschauen auf all die Tages- und Wochenendtouren und die Tourenwochen, die unter seiner umsichtigen und kundigen Leitung stattgefunden haben.
Hans R. Burri

 

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