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Wanderung Elsighore - Elsigalp
Senioren, Dienstag 17. September 2019

Nachdem die Wanderung um eine Woche verschoben wurde, hagelte es nur so von
Entschuldigungen, meist mit einem „schade, ich wäre gerne dabei gewesen“. Ja, die
Senioren scheinen meist übervolle Terminkalender zu haben...Trotzdem konnte der
Schreibende 18 WanderfreundInnen auf dem Parkplatz der Talstation der
Luftseilbahn in Elsigbach begrüssen.
Vorbereiten, Schuhe wechseln etc. Die erste Gondel fährt um 09.00 h und wir
Senioren sind schon eine Viertelstunde vorher bereit. Nun kommt die Kassierin der
Bahn in aller Eile. „Au, wir versetzen Euch schön in Stress. Das wollen wir eigentlich
gar nicht.“ Antwort: „Ach, das ist nur gut, wenn um diese Jahreszeit noch einiges
läuft!“
So ist auch der Empfang im Bergrestaurant Elisigenalp: freundlich, unkompliziert und
speditiv. Jedenfalls sind die 18 Getränke zum Teil mit Gipfeli im Nu serviert. Übrigens
sparten wir mit dem Kollektiv-Abi pro Person 80 Rappen. Da der Leiter nicht
genügend Flüssiges besass, um den gesamten Betrag vorzuschiessen, ist Ueli Seiler
in die Bresche gesprungen. Die 17 Passage-Karten verteilte er unter die
Anwesenden (eine Person, behindert, reiste gratis), so dass er am Schluss ohne
Karte dastand und nicht passieren konnte. Undank ist der Welt Lohn...Aber die
Panne konnte rasch behoben werden.
Der Schreibende ergreift die Gelegenheit, unsern KameradInnen über die
interessante Geologie dieser Gegend zu berichten. Das Elsighore gehört zu den
Helvetischen Decken, selche sich aus Kalksedimenten eines früheren Meeres
aufbauen. Es ist Teil der Wildhorndecke. Allein darüber, wie eine solche Decke
zustande kommt, woher sie kommt und wann sie kam, könnte man Stunden
verlieren. Südlich, etwa ab hinterm Gasterntal, haben wir es dann mit dem
Aaregranit, dem grössten Urgesteinskörper der Schweiz, ja der Alpen überhaupt, zu
tun. Nördlich liegt die Niesenkette, die einerseits aus Flysch besteht und anderseits
weit von Süden her im Laufe der Millionen Jahre nach Norden an die heutige
Position disloziert ist. Zu einem grossen Teil besteht die Niesenkette aus
Tonschiefer. Wer den Spissenweg nach Adelboden schon unter die Füsse
genommen hat, kann begreifen, was das heisst. Auch von hier sehen wir die tiefen,
von Schnee und Regen ausgewaschenen Gräben zwischen den Spissen. Als wir
noch zur Schule gingen, haben wir auf Schiefertafeln aus dem Engstligental
geschrieben. Wie die Bauern aus der Region diesen Schiefer ausbeuteten – ein
notwendiger Verdienst – war höchst abenteuerlich (Lawinen, gefährlicher Zugang,
Schieferlungen).
Wir brechen auf zum obern Bergrestaurant Elsigenalp, das schon geschlossen ist.
Gemeinsam steigen wir noch bis zur nächsten Weggabelung. Dort scheiden sich je 9
Leute zur härtern bzw. weichern Tour.

Bis fast ganz oben ist der Gipfel des Horns nicht zu sehen. Dann wird der fast
eintönige Aufstieg jäh spannend. Unmittelbar vor dem Gipfel stürzen schroffe
Felswände in die Tiefe (bis ins mittlere Kandertal etwa 1'400 Meter!). Aber auch nach
Nordwesten hin ist der Weg einige Meter ziemlich ausgesetzt. Herrlich die Aussicht
auf dem Gipfel!
Wir geniessen den Gipfel und die darunter liegende Graskuppe wie auch die Sonne eine gute Stunde. Überall stossen wir auf schon verblühte Edelweiss.

In guter Laune geht es wieder nach unten zum romantischen Elsigseelein und
danach zum untern Elsigenalp-Restaurant, wo wir auf die andere Hälfte unserer
Gruppe stossen. Jetzt wird noch etwas gezecht und abgerechnet. In bester Laune
und Energie geladen, treten wir den Rückweg an.
Ernst Zürcher


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