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Bergwanderung Patraflon
G-Tour, Samstag 1. Juni 2019

An einem schönen, wolkenlosen Sommertag, einer der ersten dieses Jahres, versammelt sich um 07 Uhr 30 eine stattliche Zahl von erwartungsvollen Bergwanderen auf dem Viehmarktplatz, nachdem der Tourenleiter Stefan Suter wegen des Auffahrtswochenendes nur eine geringe Teilnahme erwartet hatte. Nach einer Fahrt quer über das Land, sind es 17 TeilnehmerInnen, die im Schwarzseebad auf 1'055 m.ü.M. die Rucksäcke schultern und um 8 Uhr 55 die Wanderung in Angriff nehmen.

Zuerst über eine steile Fahrstrasse, dann durch einen geschützten Wald, geht es im Breccaschlund stetig aufwärts. Über die Unteri Rippa steigen wir weiter auf zur Oberi Rippa, wo ein erstes Mal gerastet wird. Weiter führt der Weg über die noch einsame Alp Bremingard hinauf zum Col du Chamois. Von dort erreichen wir über eine Krete, die wie die Schattenhänge des Tales noch mit Schnee bedeckt ist, um 11 Uhr 50 den Gipfel des Patraflon auf 1’915 m.ü.M.

Von dort eröffnet sich eine wunderschöne Aussicht in das Greyerzerland mit dem höchsten Freiburger dem Vanil Noir und dem Moléson. Im Südwesten strahlt der Montblanc in schönstem Weiss zwischen den Gipfeln hervor. Unten im Tal entdecken wir eine grössere Anlage von Bauten, der Kartause La Valsainte. Stefan, gut vorbereitet wie immer, gibt uns einen Abriss der Geschichte dieses Klosters, die bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Heute leben dort noch 15 Mönche, als einzige dieses Ordens in der Schweiz, nach sehr strengen Regeln in Kontemplation und Abgeschiedenheit.

Aus einer Gruppe von Wanderer, die mit uns auf dem Gipfel rastet, steht unvermittelt ein stämmiger Freiburger hin und hebt mit kräftiger und schöner Stimme an zum Gesang: «Lè j’armayi di Kolonbètè … dem «Ranz des Vaches», der Hymne des Greyerzerlandes. In den Refrain «Lioba, Lio-o-ba…» stimmen alle auf dem Gipfel ein, ein feierlicher, fast ergreifender Moment an diesem Tag. Dieser Kuhreihen, ein Lobgesang der Hirten, geht bis ins 16. Jahrhundert zurück (mehr darüber unter www.lebendigetraditionen.ch).

Nach einer ausgiebigen Rast, bei Windstille und sommerlichen Temperaturen, geht es über den Col hinunter auf die nördliche Seite der Pointe de Bremingard, ins Tal «Les Recardets». Auf der Alp Ober Recardets wird bei Theres eingekehrt. Die Aargauerin, die seit etlichen Jahren auf dieser Alp den Sommer verbringt, ist seit dieser Woche in der Hütte. Die Rinder werden allerdings erst Mitte Juni hier hinaufziehen. Nachdem auch mit Stefan abgerechnet ist, geht es weiter, nun dem Hang entlang und wieder aufwärts, über einen kleinen Einschnitt hinüber ins andere Tal zur Unteri Rippa, wo wir auf den Aufstiegsweg vom Morgen treffen. Um 16 Uhr 20 sind wir zurück auf dem Parkplatz. Nach der allgemeinen Verabschiedung, dem grossen Dank an Stefan für die wunderschöne Tour, fahren wir mit den Privatautos zurück ins Emmental.

Zum Schluss meines Berichtes die technischen Daten der Bergtour:
Länge 12.56 km, Auf-/ Abstiege 1'095 m, effektive Wanderzeit 5 h 40 min.
Jacques Blumer


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