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Skitour Steingletscher
G-Tour, Samstag-Sonntag 21.-22. April 2018

Tag 1
So viel Zeit zum Aufstehen, Frühstücken usw. vor einer Skitour hatte ich noch nie. Warum nur hat Fritz Hofer den Treffpunkt auf dem jedem SACler der Sektion Grosshöchstetten bekannten Platz entgegen seinem ursprünglichen Programm (05.00 Uhr) nun auf 10.00 Uhr verschoben? Die Antwort auf diese Frage erhalten diejenigen, die an den nachstehenden Zeilen interessiert sind.
Nach rund zwei Stunden Autofahrt treffen wir oberhalb Gadmen auf eine lange Kolonne von Fahrzeugen, die auf der linken Fahrspur parkiert sind (offensichtlich solche von anderen Tourengängern, die das gleiche Ziel haben bzw. hatten wie wir). An deren oberem Ende verhindert die geschlossene Schranke die Weiterfahrt. Wir befinden uns am Feldmoshubel, also noch ein Stück unterhalb Bäregg. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere vier Autos der vorhandenen Reihe anzuschliessen, die Skischuhe anzuziehen, den Rucksack umzuhängen und hemdsärmlig unter der gleissenden Mittagssonne loszumarschieren, vorerst ein kurzes Stück auf der Strasse, dann einige Höhenmeter mit den Skis auf dem Sommerweg und anschliessend für eine Viertelstunde wieder auf der schneefreien Fahrbahn. Nach dem ersten Bäreggtunnel erleben wir einen abrupten Szenenwechsel und der Grund der geschlossenen Schranke wird unversehens klar: Verhältnisse wie im Hochwinter und einmal mehr das besondere Erlebnis, mit den Skis auf der zum Teil tief unter dem Schnee liegenden Passstrasse und durch die mit Schnee gefüllten und angenehm kühlen Tunnels aufzusteigen, zuweilen verbunden mit dem Gefühl, man müsste den Kopf einziehen, um ihn nicht an der Tunneldecke anzuschlagen.
Die im Jahre 1946 dem Verkehr übergebene Strasse über den Sustenpass (2224 m) ist in der Regel nur während fünf Monaten (häufig auch weniger lang) offen. Es wird auch dieses Jahr noch geraume Zeit dauern, bis die grossen Mengen Schnee auf der Strasse und vor allem auch in den Tunnels weggeräumt sein werden. Die Öffnung ist für Mitte Juni vorgesehen.
Im zweiten Bäreggtunnel steht einsam und verlassen ein Pistenfahrzeug. Mit diesem sind die von Wind und Lawinen angehäuften Schneemengen so planiert worden, dass wir nun recht bequem bis Steingletscher aufsteigen können. Nach einem kurzen Zimmerbezug begeben wir uns mit leichterem Rucksack auf einen „Nachmittagsspaziergang“ Richtung Süden und erreichen nach einer knappen Stunde das Chüebärgli auf 2134 m. Trotz der Wärme erlauben uns die Schneeverhältnisse eine lohnende erste Abfahrt.
Aufgrund des intensiven Lobbyings beim kühlen Bier an der Nachmittagssonne, beim Apéro und während des Nachtessens wird bald einmal klar, dass morgen nicht der Giglistock sondern ein Gipfel im Norden des Steingletschers unser Ziel sein wird. Auf welchen wird uns Fritz wohl führen?
Hans R. Burri

Tag 2
Um 6.20 Uhr standen die 15 SACler vor der Berglodge im Steingletscher bereit. Die Einteilung in drei Gruppen war schnell vollbracht, so konnte unsere Sonntagstour auf den Uratstock starten. Die Harscheisen waren bereits montiert, denn die ersten Höhenmeter waren recht steil, hart und erforderten einige Spitzkehren. Für die geübten und versierten Skitüreler des SACs war das aber kein Problem. In flottem, „hoferschem“ Tempo stiegen wir stetig bergauf der Sonne entgegen. Auf 2685m hielten wir eine ausgiebige Rast. Nun folgte ein eindrücklicher Aufstieg in einem von Felszacken gesäumten Tal. Wir ernannten den Gipfel der Fünffingerstöcke, 2944m zu unserem Tagesziel. Eine grossartige Aussicht bei windstillen Verhältnissen präsentierte sich uns von hier oben. Kein Andrang herrschte auf dem Gipfel, in aller Ruhe konnte die Aussicht genossen, ein Gipfelfoto geschossen und gepicknickt werden. Für die Abfahrt waren wir um ca. 10.45 Uhr startklar. Wir genossen die herrlichen frühlingshaften Verhältnisse. 1100 hm Sulzschnee vom Feinsten, absolute Traumverhältnisse! Noch eine kurze Einkehr im Steingletscher und die Skis wachsen, denn nun folgte noch die Strecke auf der immer noch gut eingeschneiten Sustenpassstrasse, inkl. Tunnels bis Feldmoos. Über einige neue Nassschneerutsche und einer kurzen Tragepassage erreichten wir unsere Autos. Danke dir ganz herzlich lieber Fritz für die sorgfältige Planung und die aufmerksame Leitung, das war ein wunderschönes Wochenende! Auch an Hans Bigler und Chlöisu ein grosses MERCI!
Annemarie Zingg


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