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Bergwandertage Goms
G-Tour, Sonntag 09. bis Donnerstag 13. September 2018

Belalp - Sparrhorn
Eine Gruppe von erwartungsvollen SAC-Mitgliedern besammelt sich an einem schönen Sonntagmorgen vor 8 Uhr beim Bahnhof Grosshöchstetten. Der Tourenleiter Paul Emden scheint einen speziellen Draht zu Petrus zu haben, denn die Wetterprognosen für die kommenden Tage sind vielversprechend. Um 7 Uhr 54 geht es mit dem Zug los Richtung Wallis. In Konolfingen und später in Thun stossen weitere Mitglieder dazu, sodass die Gruppe mit 16 Teilnehmenden für diesen ersten Tag komplett ist.
In Brig besteigen wir das Postauto, das uns nach Blatten bringt und von dort die Seilbahn hinauf auf die Belalp auf 2'094 m.ü.M. Mit uns sind an diesem schönen Sonntag etliche andere Ausflügler unterwegs, um das schöne Wetter in den Bergen zu geniessen. Nachdem wir das nicht benötigte Tagesgepäck einem Angestellten für den direkten Transport in unsere Unterkunft für die erste Nacht abgegeben haben, erfolgt ein kurzes Briefing durch Paul Emden mit der Gruppeneinteilung der Chargen für den ersten Tag. Die Gruppe ist jeweils, nach bereits bewährtem System, verantwortlich für den Tourenbericht, den Apéro und den Tischwein. Alles ist so berechnet, dass bis zum Schluss der Tourentage jeder in den Genuss einer Charge kommt.
Um 10 Uhr 25 geht es los. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichen wir die Buchegg. Dort teilt sich unsere Gruppe in eine grössere, mit sportlichen Berggängern und eine bedeutend kleinere, darunter der Schreiberling, mit Müssiggängern. Diese lassen sich, nach einer Kaffeepause, mit der Sesselbahn bequem zur Station Hohbiel auf 2'664 m.ü.M. hochfahren. Von dort wandern wir in gemütlichem Spazierschritt unserem heutigen Ziel dem Sparrhorn entgegen. Paul hofft, dass uns so die Sportlichen einholen und wir gemeinsam den Gipfel erreichen. Doch diese geniessen unterwegs eine wohlverdiente Rast beim Speichersee auf Höhe Hohbiel. Wir erreichen den Gipfel auf 3'021 m.ü.M. nach 100-minütigem Spaziergang um 13 Uhr 10. Kurz darauf stossen auch die Sportlichen zu uns und wir geniessen gemeinsam die schöne Aussicht gegen die Walliser-Viertausender, zeitweise etwas wolkenbehangen.
Nach einer ausgiebigen Rast verlassen wir den Gipfel, um in direktem Abstieg unsere Unterkunft, das Hotel Belalp auf 2'130 m.ü.M., zu erreichen. Unterwegs machen wir beim Tyndalldenkmal halt. Ein grosser Findling erinnert an den Naturforscher und Alpenfreund John Tyndall. Paul erklärt uns in kurzen Worten den von ihm entdeckten «Tyndalleffekt», der die Streuung von Licht in mikroskopisch kleinen Schwebeteilchen beschreibt. Als passioniertem Berggänger gelang John Tyndall 1861 auch die Erstbesteigung des Weisshorns mit zwei einheimischen Bergführern.
Kurz nach 16 Uhr treffen wir beim Hotel auf die Gruppe, die die Sesselbahn für eine Verkürzung des Abstiegs und eine Schonung der Beine benutzt hat. Vor dem Zimmerbezug wird auf der Terrasse der erste Durst gelöscht. Nach dem gemeinsamen Apéro, geniessen wir ein vorzügliches Nachtessen im Restaurant mit Panoramasicht. Es befindet sich in einem modernen, ästhetisch überzeugenden Anbau in Holzkonstruktion, der das altehrwürdige Hotel gut ergänzt. Während des Nachtessens stossen Kathrin und Res Schär zu uns, die den ersten Tag wegen eines Familienanlasses auslassen mussten. Nach einem Schlummertrunk ziehen sich auch die Letzten weit vor 10 Uhr in ihre Zimmer zurück, um die wohlverdiente Ruhe zu geniessen. Die Tourenwoche hat mit diesem Tag einen verheissungsvollen Anfang genommen.
Jacques Blumer

Tag 2
Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet verlassen wir um 8.30 Uhr das Hotel Belalp Richtung Bettmeralp. Die heutige Marschroute führte hinunter – hinüber – hinauf und quer Feld ein. Zwei Stunden hinab, fünf endlos dauernde Schreckminuten hinüber, 1,5 Stunden hinauf und ca. eine Stunde Panoramaweg. GENAUER: Ab Belalp ( 2130m ) folgen wir dem Panoramaweg Aletschji bis zur Hängebrücke über die Massaschlucht. Die 124 m lange Hängebrücke sei eines der Hihglights im Aletschgebiet. ( Darüber lässt sich streiten.) In 80m Höhe führt sie direkt vor dem Gletschertor des grossen Aletschgletschers über die Massaschlucht. Danach geht es durch das Schutzgebiet des Aletschwaldes steil hinauf zum Aussichtspunkt der Hohfluh. ( 2227m ) Diverse Wege durch den Aletschwald waren wegen Erdrutschgefahr gesperrt. Bedenkliche Bilder haben wir gesehen. „Die Natur schlägt zurück.“ Gemütlich geht es weiter zum Blausee ( 2207 m ), wo wir bei angenehmen Wassertemperaturen sogar baden konnten. Wenig später beziehen wir unsere Unterkunft, die Kiks Lodge, auf der Bettmeralp ( 1950 m ). Da wir dort nur schlafen und nicht essen konnten, hat uns Paul Emden 18 Plätze in einem nahe gelegenen Restaurant für`s Nachtessen reserviert. – Was für eine Ueberraschung! – Unsere Gruppe bekam einen Raum aus wunderbarem Tannenholz für uns alleine zugeteilt. Neugierig setzten wir uns um einen grossen, herrlich dekorierten Tisch. Ein Traum, fast wie bei einem Hochzeitsessen, - das Hochzeitspaar war schnell bestimmt. Auch das Essen hielt, was bereits der Raum und die Tischansicht erahnen liessen. Wir verbrachten einen unvergesslich lustigen Abend, und kehrten später müde und zufrieden in die Kiks Lodge zurück. Paul, das war ein VOLLTREFFER!
Eliane Gassmann

Bettmeralp – Eggishorn – Märjelen-Stausee
Route: Mit der Seilbahn von Bettmeralp zur Bergstation Bettmerhorn 2647m, Aufstieg zum Bettmerhorn 2858m, auf dem Bettmergrat Felsenkraxelei, Abstieg zur Elselicka 2721. Aufstieg vorbei am Fiescherhorli und der Bergstation Eggishorn aufs Eggishorn 2926. Abstieg auf der gleichen Route bis zur Horli-Hitte unmittelbar vor der Bergstation. Dann ostwärts steiler Abstieg bis Pkt. 2625, dann Richtung Märjelen-Stausee zur Hütte «Gletscherstube».
T4, ↔ 7km, ↑ 510m, ↓ 790m, reine Wanderzeit ca. 5½ h
Wetter: Bestes Spätsommerwetter
Der Tag begann schon gut! Dass das Wetter gut sein würde, war seit Tagen zu erwarten gewesen, aber mit dem feinen und reichhaltigen Frühstück hatte wirklich niemand in der «schitteren» Unterkunft Kikis Lodge auf der Bettmeralp gerechnet. In Anbetracht des erwarteten steilen Aufstiegs aufs Bettmerhorn kam mir das aber sehr gelegen. Dann beim Ausstieg aus der Sesselbahn bei der Bergstation Bettmerhorn waren die Reserven noch unangetastet. Nun, eine Fehleinschätzung kommt selten allein! So liess die Karte einen kurzen Aufstieg aufs Bettmerhorn und dann einen relativ ebenen Bettmergrat-Höhenweg erwarten. Was dann aber kam, war das «Filetstück» der ganzen Tourenwoche; Kraxeln vom Schönsten: um, über und unter mächtigen Felsblöcken mit bester Adhäsion – so oder ähnlich fühlt sich wohl Tanzen an. Unerwähnt muss hier die ausserordentliche Aussicht vom Bettmergrat bleiben. Denn nach der Mittagspause in der Eselicka und dem stündigen Aufstieg zum Eggishorn überforderte uns die phänomenale und sensationelle Aussicht vollständig. Im Norden präsentierten sich der Aletschgletscher, dahinter der Mönch, die Jungfrau, leicht rechts daneben das Wannenhorn und im Süden der Monte Leone, die Mischabelgruppe mit Dom, weiter westlich das dunkle Matterhorn und daneben das Weisshorn und noch viele, viele mehr. Der Abstieg vom Eggishorn vorbei am Tällisee, oder was davon übrigblieb, ins Märjela zur «Gletscherstube» dauerte grob zwei Stunden. Die Bezeichnung «Glescherstube» ist schlicht irreführend und masslos untertrieben. Gegessen haben wir dort fürstlich, getrunken königlich und geschlafen kaiserlich. Das war ein Tag der Superlative.
Robert Meerstetter

Märjelen 2360 – Bellwald 1570
Link zu Karte und Höhenprofil
Nach dem reichhaltigen Frühstück sind wir um 08.15 alle bereit. Jetzt reichen auch die ersten Sonnenstrahlen bis zur Gletscherstube, unserem Übernachtungsort. Wir ziehen los, dem Stausee entlang bis zur Kreuzung. Von hier zweigt der Weg links ab. Zuerst geht es noch flach über Bergmatten. In den Tümpeln glänzen die weissen Häupter des Wollgras. Am gegenüberliegenden Hang strebt eine grosse Herde brauner Ziegen der Schäferhütte entgegen. Zuhinterst schaut der Ziegenbock, dass seine Herde beisammen bleibt. Dann wird der Weg steil, tief unten sieht man bereits die Hängebrücke, das Metall glänzt in der Morgensonne. Noch weiter, am gegenüber liegenden Hang, sieht man auch die ersten Alphütten, welche schon zu Bellwald gehören. Es geht nun stetig abwärts. Der Weg ist gut gebaut. Auf einer neu erstellten kurzen Brücke überwinden wir einen Graben und weiter geht es, bis wir den Felsrücken erreichen, der sich in Richtung Fieschertal hinunterzieht. Von hier an finde ich den Weg besonders reizvoll. Birken, Erlen, Lärchen, wachsen hier auf dem kargen Untergrund. Vom Gletscher abgeschliffene Felsen, darauf verteilt runde Blöcke, welche der Gletscher hier einmal liegen gelassen hat. Da hindurch schlängelt sich der Weg, alles bestens abgesichert. So möchte ich noch lange weitergehen. Für mich überraschend schnell, stehen wir vor der Burghütte. Hier machen wir 40 Min. Pause. Beim Eintreten duftet es aus der Küche nach frischem Kuchen. Auf den können sich die Kletterer freuen, welche am Nachmittag hier einkehren werden. Wir löschen unseren Durst und strecken die müden Beine. Dann wandern wir weiter und erreichen nach weiteren 100 Metern Abstieg bei Titter die Hängebrücke. Ein schönes Bauwerk 160 Meter lang, 120 Meter hoch. Luftig und aussichtsreich zum Begehen. Dann geht es über steile Stufen hinauf nach Aspi und noch weiter hinauf bis wir bei einer Alp Mittagspause machen. Gestärkt laufen wir über Matten, welche, wie man sieht, zum Teil nicht mehr bewirtschaftet werden, weiter nach Bellwald. Am Abend werde ich im Tourismus-Kino, welches in einer alten Scheune eingerichtet wurde, Bilder sehen, von Heuwiesen und dazwischen kleinen Roggenäckern. Doch das war einmal. Wir wandern durch den alten Dorfkern und der Kirche vorbei und stehen bald vor unserer Unterkunft dem Hotel Weisshorn. Wir sind früh hier, es ist erst 14.20 Uhr. So bleibt Zeit um zusammen zu sitzen, etwas auszuruhen, für einen Dorfrundgang. Beim Nachtessen sind wir wieder alle zusammen. Unsere grosse Gruppe füllt die Gaststube fast ganz aus. Nach dem Nachtessen tun sich die Jasserinnen und Jasser zusammen, es wird still und konzentriert gespielt. Die anderen setzten sich noch einmal auf die Terrasse und geniessen den warmen Septemberabend bei anregenden Gesprächen. Es war ein schöner Tag! Danke dir Paul für die Planung und Führung der Tour.
Ruth Oberer

Tag 5
Auch der letzte unserer Tourentage beginnt mit einem Prachtsmorgen. Sonnenschein soweit das Auge reicht mit ein paar harmlosen Wölkchen über den Bergen. Nach einem reichhaltigen Frühstück verlassen wir das Hotel Wannenhorn, begeben uns zur Talstation der Richinenbahn, die uns auf Flesche 2074 m. hinauf bringt und uns so ca. 1,5 Stunden Marschzeit abnimmt. Hier beginnt unser Fussmarsch auf dem Panoramaweg durch Alpweiden mit wunderschönen, herbstroten Heidelbeer-, Schnuderbeer-, Preiselbeer-, Wacholderbeer- und Alpenrosensträuchern. Rechts unten sieht man ins Gomsertal hinab. Am Spilsee auf 2400 m. gibt’s den ersten Halt. Ueber uns trohnt das Risihorn, das wir ursprünglich besteigen wollten. Das Geblöke der vielen Schafe begleitet uns weiter abwärts Richtung Obergoms, zuerst durch Mischwald und weiter unten hauptsächlich durch Lärchenwald. Wie es sich gehört, nehmen wir kurz nach 12 Uhr das Mittagessen zu uns. Die paar Regentröpfli, die ersten während den ganzen Tourentagen, auf dem letzten Kilometer vermögen nicht einmal den Staub von unseren Schuhen zu entfernen. Um 14.20 Uhr erreichen wir unser Ziel Biel und haben somit rund 1100 Höhenmeter vernichtet. Wir kehren im Hotel Weisshorn ein, wo die letzte Gruppe ein Walliserplättli mit „Hänselihubler“ offeriert. Ein letzter Marsch zum Bahnhof Biel und Heimreise nach Grosshöchstetten.
Wir durften wunderschöne Tourentage verbringen, seis vom Wetter, von der Leitung und der Kameradschaft her. Paul, wir danken dir ganz herzlich für die Vorbereitung, Organisation und Leitung. Wir hoffen, du überlegst es dir nochmals gründlich, ob es wirklich deine letzte Tourenwoche als Leiter gewesen ist. Das wäre echt schade. Unser gebührender Dank gilt auch allen andern Leitern, da sie stets zur Mithilfe bereit waren.
Kathrin Schär

 

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