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Alpinwanderung Glecksteinhütte
G-Tour, Samstag-Sonntag 11.-12. August

GLECKSTEINHÜTTE – CHRINNENHORN UND BEESIBÄRGLI

Tag 1
Wir fahren mit dem Zug von Grosshöchstetten nach Grindelwald, und von dort mit dem eigens für uns reservierten Postauto Richtung grosse Scheidegg zur Haltestelle Gleckstein. 31 erwartungsvolle Teilnehmer kann Stefan Suter hier begrüssen.
Ueber den ausgesetzten Ischpfad marschieren wir, zuerst noch im angenehmen Schatten, zur Glecksteinhütte (2338 m ) hoch. Nach unten beeindruckt uns der Schwindel erregende Tiefblick, und oben ist es der nicht mehr so grosse Grindelwaldgletscher. Schwierige Stellen sind mit Drahtseilen, Rohrgeländern und Stufen gesichert. Richtig wohltuend wirkt ein Wasserfall, den niemand trocken hinter sich lassen konnte.
Nach 3 Stunden erreichen wir die Glecksteinhütte, deponieren, was wir nicht unbedingt brauchen, und begeben uns auf die Beesi Bärgli Rundtour – welch ein Abenteuer! Bäche durchwaten, Eisenleitern und -Stufen hinunter-und hinaufklettern, Strickleitern überwinden, schmale Brücken überqueren... da bleibt „wahrlich kein Hosenbein mehr trocken“. Bei so viel Abwechslung verging die Zeit wie im Fluge.
Ziemlich müde und hungrig setzen wir uns um 19.00 Uhr zum Nachtessen an die Tische. Und schon ging's wieder los. Draussen spielte sich etwas ganz Besonderes ab. Suppe und Essen hin oder her, ständig rannten Leute mit Kamera und Natel vom Tisch weg, vor die Hütte. Warum nur? Steinböcke, -Geissen und 2 Kitzlein standen direkt vor der Hütte oder sogar auf der Hausmauer, und liessen sich durch die vielen Leute nicht aus der Ruhe bringen. Sie schienen enorm beschäftigt zu sein. Mit schlecken! Der Hüttenwart hat ihnen (offenbar das tägliche Abendritual) Salz auf Steine und Mauer gestreut.
Spätestens um 22.00 Uhr hat sich jeder im Schlafsack verkrochen, und liess vielleicht nochmals den erlebnisreichen Tag Revue passieren. Mein Dank gilt Stefan Suter, der mit seiner unkomplizierten und fröhlichen Art die Teilnehmer immer wieder begeistern konnte, und auch allen andern Tourenleitern, die wie immer ihre Kleingruppen souverän betreut haben.
Eliane Gassmann

Tag 2
Um 06.00 krochen wir mehr oder weniger wach aus unseren Schlafsäcken. Um 07.00 starteten wir nach dem Zmorge Richtung Chrinnenhorn. Vier Frauen zogen es vor, auf dem Bänkli unweit der Hütte unseren Aufstieg visuell mitzuerleben (da waren es noch 26). Auf dem blauweissen Wegweiser ist eine Marschzeit von 1.5 Stunden angegeben. Stefan meinte kritisch, wir müssten schon mit 2 Stunden rechnen.
Nach einem zügigen Aufstieg standen wir genau nach 1.5 Stunden auf dem Gipfel, wo uns nach einigen Augenblicken die ersten Sonnenstrahlen begrüssten. Ein erhabener Moment! Auch die Aussicht war grossartig. Lauteraarhorn, Schreckhorn, Kleines Schreckhorn, Ankebälli, Mittellegigrat mit Eiger und Mönch präsentierten sich in ihrer ganzen Pracht. Die Talsicht Richtung Grindelwald war atemberaubend schön und beeindruckend. Nicht zu vergessen die steilen Felsen des Scheideggwetterhorns, das wir fast berühren konnten.
Nach dem Genuss der überwältigenden Aussicht folgte ein kurzer Abstieg zu unseren Rucksäcken, die um das Znüni erleichtert wurden. Nun hatte Stefan ein echtes Zeitproblem. Wir hatten (auch die zweite Gruppe unter der Leitung von Chlöisu) das Chrinnenhorn wie bereits erwähnt, in 1.5 Stunden erobert. Das Poschi bei der Haltestelle Glecksteinhütte war aber erst auf 15.00 Uhr bestellt. Was anfangen mit der zu vielen Zeit? Nun, kurz vor der Hütte wurde die Mittagspause eingeschaltet. Vor der Hütte wurde unser Portemonnaie um die Fahrkosten und den Leiterobolus erleichtert. Bei uns wurde es leichter, dafür hatte Stefan umso mehr zu tragen. Die Sonnenhungrigen kamen hier noch voll auf ihre Rechnung. Um 12.00 Uhr nahmen wir dann, aufgeteilt in verschieden schnelle Gruppen, den Weg Richtung Tal unter die Füsse. Ohne Zwischenfälle, bei recht hohen Temperaturen erreichte der Tausendfüssler die Poschihaltestelle Glecksteinhütte. Fast am Schluss der Wanderung stand da am Wegrand noch ein Zuber mit frischem klarem Wasser. Ursprünglich als Viehtränke gedacht, diente er einigen Frauen als Fussbad. Ob die Kühe danach Vergiftungserscheinungen zeigten, entzieht sich meinem Wissensstand! In Grindelwald herrschte wegen einer Veranstaltung ein ordentliches Gewusel. Was für ein Unterschied zu der Stille in der Bergwelt, die wir am Morgen erlebt haben. Auf der Rückfahrt nach Grosshöchstetten war es wie bei den „zehn kleinen Negerlein“. In Thun, Oberdiessbach und Konolfingen verliessen uns Teilnehmer und am Schluss war die Gruppe schon ordentlich geschrumpft.
Danke Stefan für den schönen Tag und die kompetente Leitung.
Hans-Peter Ledermann

 

 

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