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Gürbetalerhöhenweg von Kehrsatz bis Toffen
Senioren, Dienstag 10. April 2018

Um 09.45 versammelten sich 25 Wandersleute auf dem Bahnhofvorplatz in Kehrsatz. Die recht freundliche Morgenstimmung ermutigte uns, die Wanderung trotz vorhergesagtem Kaltlufteinbruch und widerlich nassen Folgen zu starten. Marianne K. berichtete vor Ort noch kurz über drei wichtige historische Gebäude in Kehrsatz: Schloss (heute Heim für Jugendliche); Lohn (heute Empfangsresidenz des Bundes fü̈r hohe Staatsgäste) und Blumenhof heute wohl das stolzeste Gemeindehaus der Gegend. Alle drei Gebäude waren ursprünglich als «Campagnen» von adeligen Berner Familien erbaut worden. Nun nahmen wir gleich den anstrengensten Teil unserer Wanderung (250 hm) in Angriff: Über den Tannacker und die Halte erreichten wir das Alters- und Pflegeheim Kühlewil und kurz darauf Englisberg auf 819 m.ü.M. Der Weg leitete nun leicht abwärts, kreuzte die Fahrstrasse und führte dann im Wald der Höhenkurve entlang. Vor einem rund 4 m hohen Findling, dem sog. «Teufelsstein» hielten wir kurz an. Bis hier hinauf reichte vor 10’000 Jahren der Aaregletscher, auf dessen «Rücken» der Koloss talwärts transportiert wurde. Wir passierten Gruben und Hofmatt und hielten dann an der Böschung einer offenen Senke Mittagsrast. Inzwischen begann sich die Wetterlage aber dramatisch zu verändern: Dunkle Wolken, von Sturmböen begleitet, fegten über den Längenberg. Ein spürbarer Kälteeinbruch und aufziehende schwere Regenwolken stellten unsere Tour kurzfristig infrage.

Doch die Flucht nach vorn hatte sich diesmal bewährt. Tapfer gegen den Sturm ankämpfend, kamen wir auf dem Höhenweg durch fruchtbares Landwirtschaftsgebiet und lichte Wälder voran. Schade, dass wir die schönste Etappe so eilig hinter uns bringen mussten, ständig befürchtend, der angekündigte Platzregen würde uns demnächst treffen. Einzelne prächtige Höfe, drei Speicher und ein Ofenhaus blieben deshalb zu wenig beachtet. In Falebach, dem wohl besterhaltensten Weiler auf dem Längenberg, hielten wir noch kurz an, um dann unverzüglich talwärts nach Obertoffen und weiter durch einen markanten Hohlweg nach Toffen hinunter zu gelangen. Oberhalb des Schlosses Toffen nahm René W. das Thema der «Campangnen» wieder auf und kam dann u.a. auf erheiternde Begebenheiten im bekannten Schloss Rümligen und deren berühmten Familien de Meron und von Tscharner zu sprechen. Rasch erreichten wir dann Toffen. Und da - wenige Meter vor der Bahnstation begannen sich die schweren Wolken zu entleeren. Kurzer Pelerinen-Einsatz! Mit der BLS fuhren wir zurück nach Kehrsatz. Im Restaurant Brunello liessen wir den Wandertag ausklingen. Ernst Meinen hat uns überraschend den Umtrunk spendiert. Herzlichen Dank! Zufrieden traten alle den Heimweg an, wohl wissend: Wir hatten heute grosses Wetterglück gehabt.
René Wälchli, Beat Krähenbü̈hl


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