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Wanderwoche in Linthal, Glarnerland
Senioren, Sonntag 06. bis Freitag 11. August 2017

Standort:
Hotel und Restaurant Adler, Welter Peter, Hauptstrasse 33, 8783 Linthal/GL
Telefon: 055 643 15 15, E-Mail: info@adler-linthal.ch

Teilnehmer:
Brönnimann Ursula, Kohler Annemarie, Krähenbühl Beat, Krähenbühl Marianne, Remund Ernst, Remund Helga, Schneider Urs, Wälchli René, Zürcher Ernst (Tourenleiter
)

Sonntag, Anreise und erste kurze Wanderung
Die 9 Teilnehmer reisen individuell nach Linthal:
Urs und René per Zug, die anderen sieben auf drei Autos verteilt auf verschiedenen Routen.
Um ca. 10.30 Uhr treffen wir uns im Hotel Adler, wo wir gleich die Zimmer beziehen können. Danach treffen wir uns auf der Gartenterrasse zu einem Begrüssungstrunk und zur „Lagebesprechung“. Ernst Zürcher teilt uns Wissenswertes über den Kanton Glarus und seine spezielle Geologie mit.
Für heute schlägt er eine kurze Tour vor durch ein paar Dörfer und zu ein paar Sehenswürdigkeiten im hinteren Glarner Grosstal.
Die Wetteraussicht für die kommende Woche ist nicht gerade rosig, im Moment ist es bewölkt bis nebelverhangen.
Nach einem kurzen Picknick gehts los zum Bahnhof von Linthal. Die Fahrt mit dem Bähnli nach Luchsingen dauert ca. 10 Minuten. Dort weist ein braunes Schild zur Schwefelquelle. Wir nehmen den Weg steil den Berg hinauf stets dem Bösbächibach entlang. Schliesslich kündigt eine Badewanne voll Schwefelwasser in einem kleinen Pavillon die nahe Quelle an. Diese ist hinter einem vergitterten Felsschlitz versteckt, aber man kann doch das heilende Wasser probieren. Beim Runtergehen müssen wir kurz unseren Regenschutz hervorholen.
Wieder unten im Tal kommt die Überraschung des Tages: Vor etlichen Jahren konnten Loretans, Freunde von Aschi und Helga, in Luchsingen eine leerstehende Fabrikantenvilla mit Nebengebäuden und tollem Park erwerben. Da unser Weg an diesem Anwesen vorbeiführt, schaut Aschi rasch vorbei und prompt wird die ganze Gruppe zum Kaffee in das vornehme Haus komplimentiert.
Nach dieser gemütlichen Runde, in der wir auch einiges über die wirtschaftlich schwierige Situation des Tales erfahren haben, wandern wir weiter durch den alten, ursprünglichen Weiler Adlenbach der Linth zu.
Inzwischen hat der Regen wieder eingesetzt. Beim Dorf Diesbach begnügen wir uns deshalb, die imposanten Diesbachfälle nur von weitem zu bestaunen und halten auf den Bahnhof zu.
Nach kurzer Bahnfahrt stehen wir wieder in Linthal und bald wieder in unserem Hotel.
Um 18.30 Uhr treffen wir uns im Restaurant zum Nachtessen. Der Adlerpeter hat für uns ein feines Menü gekocht. Man hält Rückblick und Ausblick auf die nächste Wanderung. Morgen soll die Sonne scheinen!
Nach 9 Uhr ziehen wir uns müde, aber zufrieden mit dem ereignisreichen Tag in die Zimmer zurück.
Annemarie Kohler

Montag, Elm – Tschinglenalp – Martinsmadhütte und zurück nach Elm
Das nasstrübe garstige Wetter vom Vortag drückte noch auf die Stimmung. Doch, als wir am Morgen unsere Gardinen zogen, war der Himmel strahlend blau und wolkenlos. Am reichen Frühstücksbuffet, vom Adler-Chef persönlich eröffnet, trafen sich 9 muntere BernerInnen, alle fest überzeugt: heute ist unser Tag! - Um 09:00 Uhr fuhren wir mit unseren PW nach Elm. Dabei erlebten wir das Glarner Land endlich freundlich, hell und saftig grün. Trotz GPS fuhren die „Taxis“ vorerst einmal eine kleine Ehrenrunde, bevor alle den Parkplatz der Tschinglenbahn Pt. 1038 erreichten. Die Fahrt in der 4er-Kabine wurde zum einmaligen Erlebnis: Wir schwebten bis zu 200 m über der eindrücklichen Tschinglenschlucht der Bergstation entgegen.
Beim Wegweiser auf der Tschinglenalp Pt. 1514 zweigt sich der Bergweg: links führt er zum Segnespass am berühmten Martinsloch vorbei; rechts zur Martinsmadhütte. Wir wandten uns nach rechts, zunächst ein wenig abwärts. Bald sahen wir die Hütten der Alp Nideren Pt. 1480. Wir wanderten weiter über spätsommerliche Bergwiesen u.a. mit Skabiosen, Flockenblumen, Eisenhut, gelbem Enzian und saftigen Kräuterpflanzen, querten den Biflebach, dann den Tschinglenbach auf leicht schwankenden Stegen. Bei Bachplanggen Pt. 1479 hat man zwei Möglichkeiten, zur Martinsmadhütte zu gelangen. Wir wählten die kürzere, da wir ja erst am Anfang unserer Tourenwoche standen… Nun begann ein recht steiler Aufstieg. Der Pfad war stellenweise exponiert und oft in schlechtem Zustand. Holzbretter, teilweise noch schräg talwärts gerichtet, dienten als Brücken oder sicherten ausgesetzte Traversen, wo zum Glück montierte Ketten wertvollen Halt boten. Wir kamen ins Schwitzen und mussten uns voll auf den Bergpfad konzentrieren. Beim Pt. 1653 hatten wir die erste Steilstufe überwunden. Nach nochmaligem Queren des stiebenden Tschingelbachs breitete sich eine schöne Ebene vor uns aus. Endlich konnten wir aufatmen und die Sicht in die grandiose Bergwelt, u.a. auf Gandstock, Mittaghorn und Zwölfihorn geniessen. Zuoberst auf einem stattlichen Felssporn entdeckten wir bereits die Martinsmadhütte. Beim Rindermättli Pt. 1777 hielten wir nach einer guten Stunde eine wohlverdiente Rast.
Nun galt es, die zweite Steilstufe bis zur SAC-Hütte zu „erklimmen“. Dazu waren nicht mehr alle bereit. Einige wollten sich lieber in aller Ruhe und Sorgfalt auf den Rückweg vorbereiten. Zu sechst nahmen wir also den neuen Aufstieg in Angriff. Er gestaltete sich noch etwas unwirtlicher: Hier war zum Teil kein Weg vorhanden. Der schmale Pfad führte oft den Felsen entlang über verankerte Rundholzstämme stetig aufwärts - zum Glück auch hier durch fest montierte Ketten gesichert. Nach einer knappen Stunde erreichten wir die Martinsmadhütte Pt. 2002, wo wir gleich vom Hüttenwart freundlich willkommen geheissen wurden. Ein scharfer Wind wehte um die Hütte. Wir genossen kurz die herrliche Rundsicht, mussten dabei aber unsere Hüte stetig sichern und zogen uns bald in die „gute Stube“ ins obere Stockwerk zurück. Nach der ausgiebigen Rast und dem obligaten Gruppenfoto vor der Berghütte traten wir den Rückweg an. Wir empfanden ihn weniger beschwerlich als befürchtet und gelangten zügig über die beiden Steilstufen zur Alp Nideren hinunter. Hier kehrten wir in der gut besetzten Touristenhütte ein, wo wir auch unsere zurückgelassene Dreiergruppe bei einem kühlen Trunk antrafen. Mit der Seilbahn gelangten wir wieder nach Elm hinunter und mit den Autos zurück in unsere Unterkunft nach Linthal.
Wir waren alle ein wenig geschafft; hatten wir doch gleich am ersten Tag eine anspruchsvolle Wanderung im Bereich T3-4 bestanden.
Nachtrag zur speziellen geologischen Situation im Grenzgebiet der Kantone GR, GL und SG:
Beim Rindermättli, also unmittelbar vor dem 2. Aufstieg zur Martinsmadhütte befanden wir uns bereits mitten im Gebiet der „Tektonikarena Sardona“, welche seit 2008 als UNESCO-Weltnaturerbe gilt und wo der Prozess der Alpenfaltung besonders gut sichtbar wird: Zwei kontinentale Platten stiessen aufeinander und türmten sich auf. Dabei wurden vor etwa 22 Millionen Jahren ältere, vulkanische Gesteinsschichten (Verrucano) auf jüngere überschoben. Wir sahen unterwegs eigenartige Faltungen und bizarre Verwerfungen, aber auch grössere und kleinere violett-rote und grüne Geröllfragmente als eindeutige Zeugen dieses Phänomens.
Beat Krähenbühl

Dienstag, Braunwald - Urnerboden
Nachdem wir gestern Montag einen strengen, vom Wetter her aber herrlich sonnigen Tag auf unserm Marsch zur Martinsmaadhütte erleben durften, hat sich der Wettercharakter auf heute grundlegend verändert. Wir haben die berühmte Föhnsituation: In der Ost- und Zentralschweiz noch trocken, z.T. sogar sonnig. Von Westen her droht der Föhn zusammenzubrechen. Wann wird dies der Fall sein? Finstere Wolken umranken den Tödi, den höchsten Glarner.
Kurz entschlossen machen wir uns mit der Standseilbahn auf den Weg nach Braunwald. Wir versuchen vorerst Nussbühl innert einer Stunde zu erreichen. Setzt dann schon Regen ein, würden wir nach Braunwald zurückkehren. Die Wanderung bis Nussbühl ist ein Genuss. Der Blick auf die Berge, soweit sie noch sichtbar sind, wie auch auf das Tal der Linth hinunter, ist erhebend.
Beim Weiler Nussbühl angekommen schalten wir eine Pause ein. Einige benutzen die Gelegenheit, im dortigen Alpenbeizli noch einen Kaffee zu trinken. Die Wolken sind bedrohlich, aber es ist noch trocken. Sollen wir umkehren? Nein wir wagen es, den Weg zum Urnerboden fort zu setzen. Die Strecke wird nun strenger und steigt zeitweise steil an über Steine und Wurzelwerk. Wir überwinden – gleich wie gestern – gut 500 Höhenmeter.
Der Kampf zwischen dem Föhn und der herannahenden Front ist noch nicht entschieden. Erst beim Abstieg zur Kantonsgrenze an der Klausenstrasse wird es ernst. Jetzt öffnet der Himmel seine Schleusen. Aber wir sind gut gegen den Regen gerüstet, öffnen die Schirme und stürzen uns in Regenkleidung.
Wir wandern nun durch die Hochmoore des Urner Bodens, an Tümpeln und Riedgebieten vorbei zum Restaurant Sonne wo es eine Postauto-Haltestelle gibt. Wie man nun ein Gasthaus schätzt! Wir haben genügend Zeit und stärken uns mit Spezialitäten aus der Gegend.
Das Postauto bringt uns schliesslich bis nahe zum Hotel Adler. Wir sind guter Dinge, haben wir doch dem eher schlechten Wetter ein Schnippchen geschlagen, indem wir eine recht anspruchsvolle und schöne Tour trotz einer bedrohliche Wetterlage gewagt haben.
Ernst Zürcher

Mittwoch, Braunwald - Oberblegiseeli - Brunnenberg - Luchsingen
9.40 Uhr Start mit 2 Autos, Aschi und Beat fuhren uns zur Braunwaldbahn. Mit der Bahn waren wir in wenigen Minuten in Braunwald 1256 m. Oben angekommen wanderten wir den steilen Dorfweg hoch bis zur Abzweigung:«Orenplatte» Oberblegisee. Dieser Weg führte uns über Wiesen und Sumpfgebiet. Man musste aufpassen, dass man nicht ausrutschte, da die Holzbalken wie auch die Steine glitschig nass waren. Der Nebel kam und ging, zwischendurch konnte man bis ins Linthal sehen. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem Wald, unter einem Baum haben wir einen kurzen Trinkhalt gemacht. Der Waldweg führte uns auf einen neuen Kiesweg. Der Wegweiser zeigte 3m hinter dem Stacheldraht quer nach rechts. Es wurde diskutiert, ob das der neue Weg ist, den wir gehen müssen oder muss man dem Wegweiser folgen? Einige folgten dem Wegweiser, aber der Weg hörte schon nach 50 m auf. Wir mussten feststellen, dass der Wegweiser noch nicht versetzt worden ist. Diejenigen die den Kiesweg gewählt haben grinsten schadenfreudig. Auf dem Waldweg wanderten wir um div. Kurven runter zur Bächialp Mittelstafel. Unterwegs kam uns ein wegbreiter Traktor mit aufgerolltem Schlauch entgegen. Erst dachten wir, dass dieser Schlauch zur Bewässerung diene, aber schon nach kurzer Zeit stieg uns das „Bureparfum“ in die Nase. Auf der Alp kam uns ein kleiner Bub auf dem 3-Rad entgegen und rief uns entgegen: „Wir verkaufen auch Käse, hier kann man auch Käse kaufen, wir verkaufen auch Käse usw.“ Wir gaben ihm zur Antwort, dass wir auf dem Rückweg Käse kaufen würden. Auf einem kleinen, steilen Weg gelangten wir hoch zum Restaurant Bösbach, weiter quer dem Hang entlang Hügel um Hügel bis der kleine Bergsee Oberblegisee 1422m zu sehen war. Kurz kam die Sonne zum Vorschein, ein Oh…. wie schön, kaum gesagt kam der Nebel wieder hoch und verdeckte die schöne Sicht und setzte sich fest.
Am Seeli unten suchte sich jeder eine Sitzgelegenheit auf einem Felsbrocken. Während dem Picknick schwamm eine Entenfamilie an das Ufer und schnappten sich die vielen Brotbrocken, die von einigen ins Wasser geworfen wurden. Schon nach kurzer Zeit setzten wir unsere Wanderung fort über ein sumpfiges Gebiet runter bis zum Brunnenberg 1094m. Auf halbem Weg, wie könnte es anders sein, fing es an zu regnen, hätte uns ja gefehlt!! Mit einer kleinen Luftseilbahn mit Selbstbedienung gelangten wir nach Luchsingen. Von dort fuhren wir mit der Bahn nach Linthal.
Aschi und Beat stiegen eine Station früher aus um ihr Auto zu holen. Herzlichen Dank den beiden Chauffeuren.
Ursula Brönnimann

Donnerstag, Glarus und Näfels
Der Entscheid, unseren Kulturtag einzuziehen fällt uns leicht,- die Regenwolken hangen tief im Glarnerland. So machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg und fahren mit unseren PW’s nach Glarus. Wir parkieren auf dem Landsgemeindeplatz und treffen uns in einem Café zur Lagebesprechung. Aschi Zürcher besorgt Stadtpläne und Infos auf dem Touristenbüro. Mit Regenschirmen aber trotzdem guter Laune schlendern wir durch die Stadt, schauen uns die beiden Kirchen, schöne Häuserreihen und die Kapelle auf dem Burghügel an. Nach dem verheerenden Brand von 1861 wurde die reformierte Kirche neu aufgebaut und bis 1964 von beiden Konfessionen benutzt. Dann erhielten die Katholiken ihre eigene Kirche, ein moderner Betonbau unweit der reformierten alten Kirche.
Im Bahnhofbuffet gab es die Mittagsrast, - Essen für einmal nicht aus dem Rucksack.
Für den Nachmittag stand der Besuch des Freulerpalastes auf dem Programm. Dieser prächtige Palast wurde 1648 vom Gardeoberst Kaspar Freuler erbaut und von 1983 – 1991 umfassend restauriert. Nun beherbergt er das Museum des Landes Glarus. Die Ausstellung zur faszinierenden Geschichte des Landsgemeindekantons ist sehr sehenswert, im Besonderen diejenige zur einst Weltruhm geniessende Glarner Textilindustrie.
So verging auch dieser verregnete Tag mit wertvollen Eindrücken.
Aschi Remund

Freitag, Heimreise
Leider immer noch Regenwetter, so dass wir auf eine Abschiedswanderung verzichten müssen. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns und treten per PW und Bahn die Heimreise an. Aschi und Helga Remund bleiben noch 2 Nächte,- am Samstagabend feiert Ruedi Loretan seinen 70. Geburtstag.
Am Sonntag, den 13. August 2017 fahren auch wir Heim zu, - bei Bilderbuchwetter über den Klausenpass.

Fotos: Ernst Remund, Urs Schneider, Aschi Zürcher

 

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