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Bergwanderung Beatenberg - Unteres Burgfeld - Vorsass
Senioren, Dienstag 12. September 2017

Ist es eine gute Idee, heute, bei diesem unsicheren Wetter eine recht anspruchsvolle Bergwanderung zwischen Beatenberg und Niederhorn vorzunehmen? Viertel vor acht starten wir in Grosshöchstetten Richtung Beatenbucht. Eine Stunde später sitzen 14 unverzagte Männer und Frauen mit dem Frühaufsteherbillett in der Tasche in der Standseilbahn hinauf nach Beatenberg. Wie im Programm angekündigt, genehmigen wir im Buffet neben der Station den Startkaffee. René ist skeptisch. Sollen wir bei dem Wetter – es tröpfelt leicht und ist eher bedeckt – den vorgesehenen Weg oder den Von Däniken Weg in Angriff nehmen? Die Mehrheit ist für die „härtere“ Variante.
Jetzt wird es ernst. 200 m auf der Hauptstrasse vom Buffet Richtung Waldegg. Dann links steil hinauf auf asphaltiertem Weg. Schon bald wird der Weg wieder gemächlich und wir geniessen die Sicht über Beatenberg. Wir folgen ein Stück weit dem Von Däniken Weg, den wir jedoch bald wieder verlassen. Über Weidland geht es nach Fuhren und schon verschwinden wir im Wald. Der Weg führt hinauf zwischen Dälewald und Spirewald. Holzarbeiten zwingen uns zu einem Umweg. Inzwischen hat sich der Regen verstärkt, doch schon bald zeigen sich wieder Aufhellungen.

Nun folgt die heikelste, aber auch spannendste Partie durch die Bireflue. Zwischen senkrechten Felsen bewegen wir uns auf einem guten, aber doch recht ausgesetzten Weg zum Unterburgfeld. Dieser weiss/rot/weiss markierte Weg, mit den Ausblicken auf den smaragdfarbenen Thunersee, den mächtigen Nadelbäumen, den fast kitzligen Mäandern ist schon einmalig. Bei der Nässe ist aber Vorsicht am Platze.
Vor der Alphütte Unterburgfeld versuchen wir, es uns möglichst bequem zu machen, denn die Mittagsrast ist fällig. Auf einer Tafel sind verschiedene Essens- und Trinkangebote aufgeführt. Aber wo ist der Eingang? Wir nehmen Platz an einem grossen überdachten Bank und warten auf bessere Zeiten. Inzwischen steigt der Nebel zu uns herauf und von Westen bläst ein kalter Wind. Da öffnet sich das Fenster und flugs kommen Tassen, Löffel, Kuchen, Kaffe, Nidle und auch ein Fläschchen Feuerwasser (wahrscheinlich Kräuter) auf den Tisch. Toll. Das gibt Stimmung. Es wird gelacht und gewitzelt.
Zum Schluss kaufen wir noch guten Alpkäse von Rindern und Ziegen im eindrücklichen Käselager ein. Die ganze Konsumation ist günstig. René und Urs übernehmen die Zeche in grosszügiger Weise. Vielen Dank!
Es geht weiter zum Häliloch. Man kann eine eindrückliche Schlucht bestaunen, doch der Eingang in die Höhle ist von oben nicht zu sehen. Und das Beste kommt. René hatte in der Vergangenheit zwei Wanderungen bei leichtem Schneefall durchgeführt. Kein Wunder, dass gewitzelt wird. Einer ruft: „Jetz mues es nume no cho go schneie.“ Und siehe da: eine kurze Schauer mit einigen nassen Schneeflocken folgt. Gelächter.
Es geht weiter zum Vorsass und schon nach wenigen Minuten scheint die Sonne. Kaum zu glauben, aber so ist nun mal das Bergwetter.
In bester Laune trifft die Gesellschaft beim Vorsass-Beizli ein. Es wird ein wenig gezecht und abgerechnet. Ernst dankt den Organisatoren. War es eine gute Idee, heute diese Wanderung zu machen? Ja, es war eine gute Idee. Wir haben einen tollen Tag und eine herrliche Wanderung erlebt.
Dann spult sich der Film rückwärts ab: Luftseilbahn – Beatenberg – warten –Standseilbahn – Beatenbucht - Verabschiedung.
Ernst Zürcher

 

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