Logo Home SAC JS SF
2017:JanuarFebruarMärzAprilMaiJuniJuliAugustSeptemberOktoberNovemberDezemberArchiv:Fotos + BerichteDeine Fotos übermitteln:Foto-Upload

Bergwanderung Aelggialp-Hochstollen
G-Tour, Samstag 12. bis Sonntag 13. August 2017

Samstag
18 SACler reisten von Grosshöchstetten nach Giswil, Kanton Obwalden. Leichter Regen erwartete uns in Giswil, deshalb begannen wir die Tour im Restaurant Bahnhof bei einem Kaffee. So konnten wir später den eindrücklichen Melchaaschluchtweg bei trockenem Wetter starten. Stiebende Wasserfälle, ein tosender Bach, malerische Plätzchen und einige Sturmschäden, Auswirkungen vom Sturm, der am 1. August getobt hatte, luden uns immer wieder zum Staunen ein. Beim „Rinderhüttli“, 974m, um 11.45 Uhr war es Zeit das Mittagessen zu geniessen. Die Stärkung war nötig, denn danach führte der Wanderweg steil, sehr steil durch Alpweiden und ein Wäldchen bergauf. So erwanderten wir in einer Stunde gut 400hm. Nach einer Trinkpause „in der Stollen“ teilte sich die Melchaa, in Melchaa und Aelggibach. Dazwischen wanderten wir auf dem Wanderweg unserem Ziel entgegen. Plötzlich, nach insgesamt 1200hm tauchte ein flacher, grüner Talboden auf, die malerische Aelggialp,1650m. Hier liegt der geographische Mittelpunkt der Schweiz, markiert mit einer Triangulationspyramide. Der lokale Steinmanndli-Klub hat eine Steinmauer in der Form der Schweiz rund herum gebaut. In Wirklichkeit liegt der Mittelpunkt oberhalb einer Felswand westlich von Chli Aelggi, in einem nur schwer zugänglichen Gebiet. Weil dieser Punkt kaum jemand erreicht hätte, wurde er ca. 500m verschoben. Ernst Spichtig, der abtretende Hauptmann des Steinmanndli - Klubs lieferte uns Informationen zum Mittelpunkt der Schweiz und zum Klub. Hier werden seit 2003 die Schweizerin oder der Schweizer des Jahres, die vom Schweizer Fernsehen erkoren werden, auf einer Erinnerungstafel eingetragen. Um 15.15 Uhr sassen wir auf der Terrasse des Bergrestaurants Aelggi mit Aussicht auf die Pyramide, den Kranz der Berge rund um die Alphütten, die Kapelle, den Aelggifall. Wir richteten uns im Massenlager ein und um 18 Uhr genossen wir das feine Nachtessen im Cheminee-Stübli beim knisternden Feuer. Die Nacht war sehr kalt, da brauchte es einige Wolldecken!
Der für die Vermessung zuständige Ingenieur meinte: „Aelggi ist eine würdige Mitte“, dem schliesse ich mich an!
Lieber Ueli und liebe Edith, stets im Hintergrund wirkend, das war toll, wandern, sich bilden und das alles bei bestem Wanderwetter, kompetenter Führung und in guter Gesellschaft! Ohne euch wäre der Mittelpunkt der Schweiz für mich noch lange ein Geheimnis geblieben.
Annemarie Zingg

Sonntag, Aelggialp 1630 m – Hochstollen 2481 m – Käserstatt 1831 m
Tagwache um 06:30 Uhr. Nach einer ziemlich kalten Nacht trifft sich die gutgelaunte Wandergruppe um Punkt 7 Uhr zum reichhaltigen Frühstück. Petrus scheint es gut mit uns zu meinen. Wir füllen unsere Trinkflaschen am Brunnen vor dem Berggasthaus Aelggialp. Um 8 Uhr ziehen wir los. Offenbar geniessen auch die Ziegen, versammelt vor der kleinen Kirche, den frischen Sommermorgen. Wir überqueren die Alp und schon befinden wir uns vor dem ersten steileren Anstieg von knapp 100 Höhenmetern. Plötzlich ertönt ein bekanntes Lied, nämlich „Happy birthday to you … zum Geburtstag viel Glück ..“. Unser Wanderleiter, Ueli Gerber, darf heute sein Wiegenfest feiern. Herzliche Gratulation und alles Gute, lieber Ueli.
Wir nehmen das nächste Wegstück in Angriff. Wir wandern am idyllischen Seefeldsee vorbei und müssen nun ein Schottergelände bewältigen. Ob sich die Mühe lohnen wird? Und wie! Um 09.20h erreichen wir das Chringengrätli, die Passhöhe 2050 m, und vor uns erscheint ein völlig neues Panorama, die weissen Gipfel der Berneralpen. „Unsere“ Bergwelt aus einem für uns ungewohnten, anderen Blickwinkel. Fantastisch! Hier verweilen wir einen Moment.
Nach einer Pause von 20 Minuten erklärt uns Ueli, dass nun das eigentliche „Pièce-de-Résistance“ der heutigen Wanderung kommt. Aber es sei nicht so schwierig, wie es aussieht. Ich selber verspürte in meinem Inneren trotzdem eine gehörige Portion von Respekt. Alle bewältigen dann diese Schlüsselstelle mit Bravur und auf 2222 m erreichen wir die sognannte Schutzhütte Abgschütz. Das ist eine sechseckige Schutzhütte, welche 2013 per Heli herantransportiert wurde. Von hier aus sehen wir die Innerschweizeralpen (Titlisgebiet).
Jetzt ist es nur noch knapp eine Stunde bis auf den Hochstollen 2481 m. Kurz vor Mittag erreichen wir dieses Ziel. Leider ist die vollständige Rundumsicht durch Nebelschwaden nicht zu 100% möglich. Trotzdem geniessen wir das Gipfelvergnügen in vollen Zügen.
Der darauf folgende Abstieg ist dann von einer etwas anderen Art, nämlich pfloschig, sumpfig und dreckig. Aber nach so viel Schönem ist das kein Problem.
Kurz vor 14 Uhr erreichen wir Käserstatt 1831 m und können die Wanderung im Bergrestaurant ausklingen lassen. Und vor allem kann nachgeholt werden, was beim Happy-Birthday-Singen am Morgen nicht möglich war. Wir dürfen auf das Geburtstagskind, Ueli Gerber, anstossen. Nochmals alles Gute, lieber Ueli, und vielen, vielen Dank für das perfekte Leiten dieser Wochenendtour und Merci viel Mal für den von dir offerierten Apéro.
Markus Sinniger

 

 

© SAC Sektion Grosshöchstetten 1999 - 2017: 18 Jahre!